Jørpeland ist das Verwaltungszentrum der Gemeinde Strand und die nächstgelegene Stadt zum Preikestolen. Sie erhielt 1998 den Status einer Stadt, obwohl sie eigentlich eher ein großes Dorf mit etwa 7.500 Einwohnern ist. Bitte beachten Sie, dass die Gemeinde Strand nicht mit der weiter nördlich gelegenen Gemeinde Stranda verwechselt werden darf, in der der Geirangerfjord liegt. Ähnliche Namen, sehr unterschiedliche Orte.
Die Stadt existiert wegen des Stahls. Im Jahr 1909 kauften Unternehmer die Wasserfallrechte am Fluss Jørpelandselva . Im Jahr 1912 wurde im ersten norwegischen Elektrostahlwerk Schrott aus ausgemusterten Kriegsschiffen zu Spezialstahl verhüttet. In der Blütezeit arbeiteten über 1.200 Menschen bei Stavanger Electro Staalverk. Das Werk war über Generationen hinweg der Eckpfeiler der Gemeinde.
Das Stahlwerk erlebte harte Zeiten. Ein großer Konkurs im Jahr 1977 war damals der größte industrielle Zusammenbruch in der norwegischen Geschichte und hinterließ fast tausend Menschen arbeitslos. Das Unternehmen wurde wiederbelebt, ging 2015 erneut in Konkurs und 2017 erneut. Nach 110 Jahren wurde die Hauptstahlproduktion im Jahr 2022 endgültig eingestellt, obwohl Teile der Anlage inzwischen von anderen Unternehmen übernommen worden sind.
Heute kann man das industrielle Erbe noch immer in der Stadt besichtigen. Die alten Arbeiterwohnungen, das Verkshotellet, und die Fabrikgebäude erzählen die Geschichte dieser Stahlstadt. Draußen in den Schären, auf der Insel Klungholmen, steht das Solspeilet, ein 8 Meter hoher Obelisk aus Stahl, umgeben von zwölf stehenden Steinen. Er wurde von dem lokalen Künstler Stian Heimlund Skjæveland geschaffen und 2016 fertiggestellt. Er ist mit Symbolen und Runen aus der Wikingerzeit verziert. Sie können ihn von Jørpelandsholmen aus sehen, einer kleinen Insel mit einem angenehmen 2 km langen Wanderweg.