Geiranger
Geiranger
🏘️ Ortschaft Geiranger Fjord

Geiranger

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Geiranger ist ein kleines Dorf an der Spitze des Geirangerfjords, der zusammen mit dem Nærøyfjord seit 2005 zum UNESCO-Welterbe gehört. Hier leben ganzjährig etwa 250 Menschen. Im Sommer explodiert diese Zahl, da jedes Jahr bis zu 700.000 Touristen kommen. An geschäftigen Tagen können mehrere Kreuzfahrtschiffe gleichzeitig anlegen und Tausende von Passagieren an Land bringen. Das kann an einem einzigen Vormittag das 30-fache der örtlichen Bevölkerung ausmachen.

Der Tourismus ist hier nicht neu. Die ersten Touristen kamen 1869, als eine britische Familie mit ihrer Privatjacht hierher segelte. Bis 1888 kamen jeden Sommer etwa 39 Kreuzfahrtdampfer. In den 1890er Jahren kam dann Kaiser Wilhelm der Zweite. Er war so angetan von dem Fjord, dass er bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs fast jeden Sommer wiederkam. Seine Besuche machten Geiranger zu einem beliebten Reiseziel für europäische Aristokraten und wohlhabende Reisende.

Bevor die Straße gebaut wurde, war Geiranger fast völlig isoliert. Alles ging über den Wasserweg. Als 1889 die Geirangerstraße über das Gebirge fertiggestellt wurde, änderte sich alles. Innerhalb eines Jahrzehnts verwandelte sich das Dorf von einer abgelegenen Bauernsiedlung in ein richtiges Touristenziel.

Die weiße Kirche am Berghang stammt aus dem Jahr 1842. Es handelt sich um einen achteckigen Holzbau, der Platz für etwa 200 Personen bietet. An dieser Stelle steht seit etwa 1450 eine Kirche.

Was die meisten Besucher nicht wissen, ist, dass Geiranger unter einer echten Bedrohung lebt. Der Berg Åkerneset, der weiter oben am Fjord liegt, hat einen Riss, der jedes Jahr um bis zu 15 Zentimeter wächst. Wenn der Berghang in den Fjord stürzt, könnte dies eine Welle von bis zu 80 Metern auslösen. Das Dorf liegt auf einer Höhe von etwa 30 Metern über dem Meeresspiegel. Er ist einer der am stärksten überwachten Berge der Welt, und es gibt ein Frühwarnsystem. Der norwegische Katastrophenfilm Bølgen" (Die Welle") von 2015 basiert auf genau diesem Szenario.

Der Fluss Geirangelva fließt direkt durch das Dorf und mündet in den Fjord. Wenn Sie an ihm entlang gehen, finden Sie Geiranger Sjokolade, einen Schokoladenladen in einem alten Bootshaus. Ein Halt lohnt sich.

Fragen & Antworten

Wie lässt sich der Geirangerfjord am besten erleben?

Die klassische Art ist die Fahrt mit der Fähre oder einem Ausflugsboot zwischen Geiranger und Hellesylt, das direkt unter den Wasserfällen „Seven Sisters“ und „Suitor“ hindurchfährt. Sie können den Fjord auch mit dem Kajak erkunden, um ihn hautnah zu erleben, oder mit dem Auto zu den Aussichtspunkten Ørnesvingen (Adlerstraße) und Dalsnibba hinauffahren, um die Aussicht von oben zu genießen. Eine Kombination aus Bootsfahrt und Aussichtspunkten bietet das umfassendste Erlebnis.

Ist es in Geiranger im Sommer sehr voll?

Ja. Geiranger ist einer der meistbesuchten Kreuzfahrthäfen Norwegens, und an Tagen, an denen große Schiffe anlegen, kann das kleine Dorf schnell überfüllt wirken. Die Hauptsaison ist im Juli und Anfang August. Wenn Sie es etwas ruhiger mögen, sollten Sie Anfang Juni oder im September kommen oder Ihre Fjordkreuzfahrt auf den frühen Morgen legen, bevor die Kreuzfahrtpassagiere von Bord gehen.

Dürfen dieselbetriebene Kreuzfahrtschiffe noch in den Fjord einlaufen?

Norwegen führt schrittweise Anforderungen an emissionsfreie Schiffe für die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Fjorde ein, darunter auch den Geirangerfjord. Ab 2026 sind in den zum Weltkulturerbe gehörenden Fjorden nur noch emissionsfreie Schiffe zugelassen. Das bedeutet weniger und kleinere Kreuzfahrtschiffe, was das Besuchererlebnis auf dem Wasser sogar verbessern könnte. Die Autofähre zwischen Geiranger und Hellesylt wird durch Elektro- oder Hybridschiffe ersetzt.

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