Skjolden
Skjolden
🏘️ Ortschaft Sognefjord Fjord

Skjolden

Foto: Xplore Norway
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20 Minuten
Skjolden liegt an der äußersten Spitze des Sognefjordens. Er ist über 200 Kilometer vom offenen Meer entfernt. Kreuzfahrtschiffe kommen hierher und fahren vier Stunden den Fjord hinauf, so dass dies der innerste Kreuzfahrthafen Norwegens ist. Das Dorf hat 238 Einwohner.

Von hier aus führt die Straße 55 über das Sognefjellet, den mit 1.434 Metern höchsten Gebirgspass Norwegens, und hinunter nach Lom im Gudbrandsdalen. Der Pass ist je nach Schneelage von etwa Juni bis Oktober geöffnet. Im Norden liegt der Breheimen-Nationalpark, im Osten Jotunheimen.

Die beste Geschichte hier ist eine, die man nicht mehr sehen kann. Im Jahr 1894 begann eine Bergener Firma namens Sogns Iskompagni mit der Eisgewinnung aus dem Eidsvatnet, einem kleinen See oberhalb des Dorfes. Sie errichteten das wahrscheinlich größte Holzgebäude im ganzen Land: ein Eishaus von etwa 100 Metern Länge, 30 Metern Breite und 20 Metern Höhe, das mit über 400 aus England importierten Wellblechplatten gedeckt war. Ein dampfbetriebenes Fördersystem bewegte die Eisblöcke. Es gab sogar eine elektrische Beleuchtung, eine der ersten in Sogn. Das Holz für dieses riesige Gebäude kam aus Frønningen, weiter unten am Fjord. Das Eis wurde nach Bergen, Großbritannien, Dänemark und Deutschland geliefert. Jeder Block wurde auf eine Standardgröße von 62 mal 62 mal 31 Zentimetern zugeschnitten und musste so klar sein, dass man durch ihn hindurch Text lesen konnte. Das Geschäft war nur in einem einzigen Jahr, 1901, rentabel. Im Jahr 1910 schnellten die deutschen Preise in die Höhe und stürzten dann innerhalb weniger Wochen ab, als Spekulanten das Eis zum halben Preis absetzten. Das Unternehmen ging 1915 in Konkurs. Das riesige Eishaus wurde abgerissen, und die Kinder der Stadt nutzten das Fundament als Fußballplatz.

Etwa zur gleichen Zeit, als das Eisunternehmen in Konkurs ging, kam der Philosoph Ludwig Wittgenstein und baute 1913 eine kleine Hütte auf einem Felsen über dem Eidsvatnet. Die Einheimischen nannten sie Østerrike, Österreich. Er kehrte über mehrere Jahre zurück, sein längster Aufenthalt betrug 13 Monate, und schrieb hier wichtige Teile seines Werks. Die Hütte wurde zweimal versetzt und kehrte schließlich 2019 an ihren ursprünglichen Standort zurück, wo sie jetzt wieder steht.

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