Die Straße 50 hat eine bemerkenswerte Geschichte. Neun Jahre lang, von 1991 bis 2000, war sie Norwegens einzige fährenfreie Verbindung zwischen Ostnorwegen und Bergen. Autofahrer konnten die Hardangerfjord-Fähren und die unvorhersehbaren Überfahrten über die Hardangervidda im Winter vermeiden, indem sie diese Route durch das Aurlandsdalen nahmen.
Die Straße gibt es wegen der Wasserkraft. Als Oslo Lysverker 1969 die Genehmigung für die Erschließung der Aurland-Wasserfälle erhielt, benötigte das Unternehmen einen Zugang für den Bau. Die Entscheidung war sehr umstritten - der erste große Konflikt zwischen Wasserkraft und Naturschutz in Norwegen. Der Abstimmung im Stortinget ging eine zweistündige Live-TV-Debatte auf NRK voraus. Die Demonstranten drohten, sich an die Maschinen zu ketten, was jedoch erst ein Jahr später in Mardøla geschah. Die Einheimischen unterstützten das Projekt. Bei den Demonstranten handelte es sich meist um Außenstehende.
Die Straße wurde 1974 eröffnet, zunächst nur im Sommer. Bis 1991 wurde sie mit Verbindungen nach Flåm und durch den Gudvangatunnelen nach Gudvangen zur wichtigsten Ost-West-Verbindung.
Im November 2000 wurde dann der Lærdalstunnelen eröffnet. Der Verkehr verlagerte sich über Nacht. Heute nutzen nur noch 370 Fahrzeuge pro Tag diese Straße - eine stille Erinnerung an ihre kurze Bedeutung. Die Tunnel zwischen Vassbygdi und Stonndal wurden nie nach modernen Maßstäben verbreitert. Niemand sah den Sinn darin.