Kiberg & die Partisanen
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Kiberg & die Partisanen

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Kiberg ist ein winziges Fischerdorf südlich von Vardø, dessen Geschichte von Heldentum, Verrat und einem 50-jährigen Warten auf eine Entschuldigung geprägt ist.

Das Dorf war durch den jahrhundertelangen Pomorenhandel so eng mit Russland verbunden, dass es den Spitznamen „Lille Moskva“(Kleines Moskau) erhielt. Als 1940 die deutsche Besatzung begann, nahm diese Verbindung eine völlig andere Wendung. Im September 1940 schlichen sich drei Fischerboote mit 48 Flüchtlingen an Bord aus dem Hafen von Kiberg in Richtung Sowjetunion. Dort rekrutierte der NKWD einige von ihnen als Agenten. Sie kehrten als Partisanen in das besetzte Finnmark zurück und spionierten hinter den feindlichen Linien in denselben Fjorden, in denen sie ihr ganzes Leben lang gefischt hatten, deutsche Schiffe und militärische Bewegungen aus.

Die Partisanen handelten unter enormem persönlichen Risiko und lieferten Informationen, die zu den Operationen der Alliierten in der Arktis beitrugen. Mehrere von ihnen wurden von den Deutschen gefangen genommen und getötet. Die Überlebenden erwarteten nach Kriegsende Anerkennung.

Stattdessen wurden sie mit Misstrauen bedacht. Die norwegische Überwachungspolizei behandelte die überlebenden Partisanen als potenzielle sowjetische Spione und hielt sie während des gesamten Kalten Krieges unter strenger Beobachtung. Jahrzehntelang wurden die Männer, die im Kampf gegen die Nazis alles riskiert hatten, von ihrem eigenen Land als Sicherheitsrisiko behandelt. Erst 1992, fast ein halbes Jahrhundert später, entschuldigte sich König Harald V. im Namen des norwegischen Staates.

Das Kiberg-Partisanenmuseum dokumentiert diese Geschichte in dem Dorf, in dem sie ihren Anfang nahm. Es ist ein kleines Museum an einem kleinen Ort, doch die verschiedenen Ebenen der Geschichte – vom Pomorenhandel über den Widerstand während des Krieges bis hin zur Paranoia des Kalten Krieges und der königlichen Entschuldigung – gehören zu den eindrucksvollsten in Finnmark.

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