Gråkallbanen

🎡 Attraktion Vorstädtisch Trøndelag

Gråkallbanen

60 Minuten
Trondheim hatte einst ein richtiges Straßenbahnnetz mit mehreren Linien, die durch die Stadt fuhren. Am 10. Oktober 1956 brach um vier Uhr morgens im Depot Dalsenget ein Feuer aus, das 26 Straßenbahnen und 16 Anhänger zerstörte. Drei Reinigungskräfte starben. Es war der größte Brand in Trondheim seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Stadt holte alte Straßenbahnen aus dem Lager und bestellte 28 neue, aber das Netz erholte sich nie wieder vollständig. Die Singsaker-Linie wurde 1968 eingestellt, die Elgeseter-Linie 1983, und 1988 beschloss die Stadtverwaltung, den Straßenbahnbetrieb ganz einzustellen.

Was überlebt hat, ist die Gråkallbanen, die Linie, die vom St. Olavs-Tor im Stadtzentrum nach Lian in den Hügeln westlich von Trondheim führt, etwa 9 Kilometer. Zwei Jahre nach der Stilllegung gelang es einer Gruppe von Enthusiasten, die Strecke wieder zu eröffnen. Die Stadt hatte versucht, die unbenutzten Straßenbahnen zu verkaufen, fand aber keine Käufer, so dass die Gruppe sie für eine symbolische Summe mietete. Seitdem ist die Linie in Betrieb.

Der erste Abschnitt wurde am 18. Juli 1924 nach siebenjähriger Bauzeit eröffnet. Im Jahr 1933 wurde sie bis Lian verlängert. Während des Zweiten Weltkriegs war die Straßenbahn das einzige öffentliche Verkehrsmittel, das noch in Betrieb war, und beförderte 2 Millionen Fahrgäste pro Jahr.

Seit 2004, als das Straßenbahnsystem in Archangelsk, Russland, geschlossen wurde, hält die Gråkallbanen den Rekord als nördlichste Straßenbahn der Welt. Sie verfügt auch über ein ungewöhnliches technisches Detail: Neben Kairo ist sie eine von nur zwei Straßenbahnlinien der Welt, die Meterspur mit 2,6 Meter breiten Wagen kombiniert.

Am Bahnhof Munkvoll, etwa auf halber Strecke, befindet sich im alten Depot ein kleines Straßenbahnmuseum. Es ist im Sommer geöffnet und wird von Freiwilligen betrieben. Die Endstation in Lian ist ein beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen in den Bergen.

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