Deichman Bjørvika ist das Hauptgebäude des öffentlichen Bibliothekssystems von Oslo und weit mehr als nur ein Ort, an dem man Bücher ausleihen kann. Die Bibliothek ist nach Carl Deichman benannt, einem wohlhabenden Geschäftsmann, der bei seinem Tod im Jahr 1780 seine Privatsammlung von über 6.000 Bänden und 150 Manuskripten der Stadt Christiania vermachte. Die Bibliothek wurde am 12. Januar 1785 für die Öffentlichkeit eröffnet und ist damit Norwegens älteste öffentliche Bibliothek.
Während des größten Teils ihrer Geschichte war die Hauptfiliale in verschiedenen Gebäuden in der Stadt untergebracht. Das heutige Gebäude in Bjørvika, entworfen von den norwegischen Büros Lund Hagem und Atelier Oslo, die 2009 einen internationalen Wettbewerb gewonnen hatten, sollte eigentlich ein unkompliziertes Prestigeprojekt sein. Daraus wurde jedoch alles andere als das. Die Baustelle am schlammigen Hafenufer erwies sich als tückisch: Immer wieder drang Wasser in die Baugrube ein, was zu massiven Verzögerungen und Kostenüberschreitungen führte. Das geplante unterirdische Kino musste komplett gestrichen werden, da der Keller nicht wasserdicht gemacht werden konnte. Als der Stadtrat das Projekt 2013 genehmigte, belief sich das Budget auf 2,6 Milliarden Kronen, die Eröffnung war für September 2016 vorgesehen. Bereits 2015 schätzte eine externe Prüfung die Endkosten auf über 3,1 Milliarden Kronen, und die Eröffnung wurde um drei Jahre verschoben. Die Stadtverwaltung drohte zeitweise sogar damit, das gesamte Projekt zu streichen. Budgetüberschreitungen, Wasserlecks, Bauverzögerungen und öffentliche Kritik am Fassadendesign begleiteten das Projekt von Anfang an.
Die Bibliothek wurde schließlich am 18. Juni 2020 mitten in einer Pandemie eröffnet. Was auch immer man von dem Entstehungsprozess halten mag, das Ergebnis ist beeindruckend. Das fünfstöckige Gebäude umschließt ein großes, von oben beleuchtetes Atrium, das die Etagen miteinander verbindet und sie in kleinere, intime Räume unterteilt. Es bietet Platz für 450.000 Bücher. Neben dem Bestand gibt es Medienwerkstätten, einen Gaming-Bereich, Spielbereiche für Kinder, ruhige Lesesalons und ein Café im Erdgeschoss. Die Bibliothek hat mehrere internationale Auszeichnungen gewonnen, darunter den IFLA-Preis „Öffentliche Bibliothek des Jahres“. Sie ist fast täglich geöffnet und der Eintritt ist völlig kostenlos.
Für Oslo-Besucher lohnt sich ein kurzer Abstecher ins Deichman, auch wenn man gar nicht vorhat, etwas zu lesen. Allein die Architektur ist beeindruckend, die Aussicht aus den oberen Stockwerken ist schön, und es ist ein willkommener Ort, um sich zwischen den Besichtigungen hinzusetzen und auszuruhen – besonders an regnerischen Tagen.
Während des größten Teils ihrer Geschichte war die Hauptfiliale in verschiedenen Gebäuden in der Stadt untergebracht. Das heutige Gebäude in Bjørvika, entworfen von den norwegischen Büros Lund Hagem und Atelier Oslo, die 2009 einen internationalen Wettbewerb gewonnen hatten, sollte eigentlich ein unkompliziertes Prestigeprojekt sein. Daraus wurde jedoch alles andere als das. Die Baustelle am schlammigen Hafenufer erwies sich als tückisch: Immer wieder drang Wasser in die Baugrube ein, was zu massiven Verzögerungen und Kostenüberschreitungen führte. Das geplante unterirdische Kino musste komplett gestrichen werden, da der Keller nicht wasserdicht gemacht werden konnte. Als der Stadtrat das Projekt 2013 genehmigte, belief sich das Budget auf 2,6 Milliarden Kronen, die Eröffnung war für September 2016 vorgesehen. Bereits 2015 schätzte eine externe Prüfung die Endkosten auf über 3,1 Milliarden Kronen, und die Eröffnung wurde um drei Jahre verschoben. Die Stadtverwaltung drohte zeitweise sogar damit, das gesamte Projekt zu streichen. Budgetüberschreitungen, Wasserlecks, Bauverzögerungen und öffentliche Kritik am Fassadendesign begleiteten das Projekt von Anfang an.
Die Bibliothek wurde schließlich am 18. Juni 2020 mitten in einer Pandemie eröffnet. Was auch immer man von dem Entstehungsprozess halten mag, das Ergebnis ist beeindruckend. Das fünfstöckige Gebäude umschließt ein großes, von oben beleuchtetes Atrium, das die Etagen miteinander verbindet und sie in kleinere, intime Räume unterteilt. Es bietet Platz für 450.000 Bücher. Neben dem Bestand gibt es Medienwerkstätten, einen Gaming-Bereich, Spielbereiche für Kinder, ruhige Lesesalons und ein Café im Erdgeschoss. Die Bibliothek hat mehrere internationale Auszeichnungen gewonnen, darunter den IFLA-Preis „Öffentliche Bibliothek des Jahres“. Sie ist fast täglich geöffnet und der Eintritt ist völlig kostenlos.
Für Oslo-Besucher lohnt sich ein kurzer Abstecher ins Deichman, auch wenn man gar nicht vorhat, etwas zu lesen. Allein die Architektur ist beeindruckend, die Aussicht aus den oberen Stockwerken ist schön, und es ist ein willkommener Ort, um sich zwischen den Besichtigungen hinzusetzen und auszuruhen – besonders an regnerischen Tagen.