Opernhaus Oslo
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Opernhaus Oslo

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Das Opernhaus von Oslo, das wie ein Eisberg aus weißem Marmor aus den Gewässern des Oslofjords emporragt, ist eines der markantesten modernen Gebäude Norwegens. Es wurde vom norwegischen Architekturbüro Snøhetta entworfen, das im Jahr 2000 einen internationalen Wettbewerb gewann und sich dabei gegen 350 andere Beiträge durchsetzte. Die Bauarbeiten begannen im Jahr 2003, und das Gebäude wurde 2007 fertiggestellt – vor dem geplanten Termin und rund 300 Millionen Kronen unter dem Budget von 4,4 Milliarden Kronen. Allein das macht es zu einer Art Wunder im norwegischen öffentlichen Bauwesen. Die feierliche Eröffnung fand am 12. April 2008 in Anwesenheit von König Harald und anderen nordischen Staatsoberhäuptern statt.

Das markanteste Merkmal ist das Dach. Es fällt bis auf Bodenhöhe ab und schafft so einen weitläufigen öffentlichen Platz, den jeder völlig kostenlos betreten kann. Die Oberfläche ist mit weißem Carrara-Marmor aus Italien und norwegischem Granit verkleidet; die subtilen Variationen im Stein wurden von den norwegischen Künstlern Kristian Blystad, Kalle Grude und Jorunn Sannes entworfen. An sonnigen Tagen strahlt die weiße Oberfläche fast blendend hell, und der Panoramablick über den Fjord und die Stadt ist spektakulär. Das Dach ist in der Regel rund um die Uhr zugänglich, kann jedoch bei Glatteis oder während besonderer Veranstaltungen geschlossen sein.

Es gibt jedoch ein Problem, mit dem niemand gerechnet hatte. Der strahlend weiße Marmor ist im Laufe der Jahre vergilbt. Als Ursache erwies sich eine auf den Stein aufgetragene schützende Polymerbeschichtung, die unter Sonneneinstrahlung zerfällt und Verfärbungen verursacht. Statsbygg, die staatliche Baubehörde, gibt nun jedes Jahr zwischen einer und sechs Millionen Kronen für die Reinigung, Reparatur und den Austausch von Marmorplatten aus. Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass ein dreistufiger Reinigungsprozess die Vergilbung beseitigen kann, doch die Instandhaltung ist im Grunde genommen ein nie endender Prozess. Der ikonische weiße Eisberg, so stellt sich heraus, benötigt ständige Pflege, um weiß zu bleiben.

Im Inneren umfasst das Gebäude über 1.100 Räume, die sich auf 49.000 Quadratmeter verteilen. Der Hauptsaal bietet Platz für 1.364 Personen, und es gibt zwei kleinere Veranstaltungsräume mit 200 bzw. 400 Plätzen. Während die Fassade vollständig aus kühlem weißem Stein besteht, ist der Innenraum mit warmem Eichenholz ausgekleidet, was einen auffälligen Kontrast bildet. Das Opernhaus ist die Heimat der Norwegischen Nationaloper und des Nationalballetts, die von Juni bis Ende September ihre lange Sommerpause einlegen; Besucher im Sommer sollten daher keine Vorstellungen erwarten.

Das Gebäude ist das größte Kulturbauwerk, das in Norwegen seit der Fertigstellung des Nidarosdomen in Trondheim um das Jahr 1300 errichtet wurde. Es zieht jährlich rund 1,7 Millionen Besucher an, von denen die meisten einfach nur auf das Dach spazieren gehen und die Aussicht genießen. Bei seiner Eröffnung stand es etwas abseits am Wasser neben einer Autobahn. Seitdem hat sich das umliegende Stadtviertel Bjørvika komplett gewandelt: Das Munch-Museum, die Deichman-Bibliothek und die Barcode-Bürogebäude flankieren es nun von allen Seiten.

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