Die Lyngen-Linie
📜 Geschichte Troms Fjord

Die Lyngen-Linie

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Die Lyngen-Linie war die letzte deutsche Verteidigungsstellung in Norwegen. Als Ende 1944 sowjetische Truppen durch Finnmark vorrückten, zog sich die Wehrmacht über tausend Kilometer bis zur natürlichen Festung zurück, die die Lyngen-Alpen bildeten. Alles nördlich und östlich dieser Linie wurde im Rahmen einer Politik der verbrannten Erde zerstört. In Finnmark und im nördlichen Troms wurden mehr als 10.000 Gebäude niedergebrannt, und rund 45.000 Menschen wurden gewaltsam aus ihren Häusern evakuiert. Sowjetische Kriegsgefangene errichteten die Befestigungsanlagen bei extremer Kälte und in der winterlichen Dunkelheit. Die größte besichtigbare Ruine ist die Küstenfestung Spåkenes auf einer Halbinsel, die nahe Djupvik in den Lyngenfjord hineinragt. Vier Bunkerkomplexe beherbergten Geschütze mit einer Reichweite von 23 Kilometern – genug, um jedes Schiff vor der Spitze der Lyngen-Halbinsel zu treffen. Neben der Festung befand sich ein Kriegsgefangenenlager, in dem sowjetische, jugoslawische und polnische Gefangene festgehalten wurden. Zwei markierte Wanderwege führen heute durch die Ruinen, wobei Zeichnungen und Berichte die Geschichte erzählen. Der Bollmannveien, eine Straße, die von Gefangenen als Teil der Verteidigungslinie in der Nähe von Skibotn gebaut wurde, ist ein weiterer begehbarer Weg. Nach dem Krieg griff die NATO das Konzept der Lyngen-Linie wieder auf. Fast 300 Bunker aus der Zeit des Kalten Krieges wurden in derselben Gegend zur Abwehr einer möglichen sowjetischen Invasion errichtet, darunter Küstenfestungen bei Breiviknes und Årøybukt. Der letzte davon wurde Anfang der 2000er Jahre stillgelegt.

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