Tana
🏘️ Ortschaft Øst-Finnmark Tal

Tana

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Die Tanaelva, der Tana, ist einer der großen Atlantiklachsflüsse Europas. Mit einer Länge von über 360 Kilometern von seiner Quelle in Finnland bis zum Tanafjord bildet er über weite Strecken die Grenze zwischen Norwegen und Finnland und ist seit Jahrtausenden die Lebensgrundlage der samischen Gemeinschaften. Hier wurden bereits Lachse mit einem Gewicht von über 30 Kilogramm gefangen.

Tana bru, der Hauptort, liegt an der Brücke, wo die E6 den Fluss überquert. Die Gegend ist das Kernland der Samen, wo die traditionelle Rentierzucht nach wie vor die Landschaft und Kultur prägt. Der Fluss selbst ist der Mittelpunkt des Lebens: Die Fischereirechte entlang der Tana sind sowohl eine Lebensgrundlage als auch eine Quelle von Konflikten, wobei jüngste Fangbeschränkungen zu Spannungen zwischen traditionellen samischen Fischereipraktiken und Naturschutzmaßnahmen geführt haben. Bei den Debatten über Fischereiquoten geht es hier nicht nur um Biologie; sie berühren indigene Rechte, traditionelles Wissen und die Frage, wer eine Ressource verwalten darf, die älter ist als der norwegische Staat.

Die Gemeinde hat ein dunkles Kapitel in ihrer jüngeren Geschichte zu verzeichnen. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurden russische Frauen über die Grenze nach Finnmark verschleppt. In Skiippagurra, einem kleinen samischen Dorf im Tana-Tal, wurde ein Campingplatz bis Ende der 1990er Jahre zum Zentrum organisierter Prostitution. Russische Frauen und Mädchen, von denen einige noch sehr jung waren, wurden mit Bussen hergebracht und an einheimische sowie zu Besuch kommende Männer verkauft. Der Handel wurde so sehr zur Normalität, dass er das soziale Gefüge der Gemeinschaft zerrüttete: Schuljungen verloren ihre Jungfräulichkeit mit den verschleppten Frauen, die sexuelle Belästigung einheimischer Mädchen eskalierte, und Nachbarn fühlten sich machtlos, einzugreifen. Erst durch die gemeinsamen Bemühungen von samischen Frauenorganisationen aus Norwegen, Finnland und Russland sowie der Aktivistengruppe „Kvinnegruppa Ottar“ gelang es, dem Geschehen entgegenzutreten. Der Campingplatzbesitzer wurde wegen Beihilfe zur Prostitution verurteilt, und die Gemeinde schloss die Einrichtung schließlich. Der Skandal war einer der Auslöser für das norwegische Gesetz von 2009, das den Kauf sexueller Dienstleistungen unter Strafe stellt.

Die umliegende Landschaft ist weitläufig und offen, wobei Birkenwälder in die Hochebene Finnmarksvidda übergehen. Das Tana-Tal ist ein natürlicher Korridor zwischen der Küste und dem Landesinneren, und im Sommer taucht die Mitternachtssonne den Fluss in goldenes Licht.

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