Røros existiert wegen eines Rentiers. Der Legende nach schoss ein Jäger im Jahr 1644 ein Reh, und als es verwundet durch das Moos floh, kratzten seine Hufe einen glänzenden Felsen darunter frei: Kupfererz. Die dänisch-norwegische Krone erteilte Bergbauprivilegien und zog einen Kreis um das Gebiet, den so genannten Kreisumfang: Alles, was sich darin befand, jeder Baum, jeder Wasserfall, die Arbeit eines jeden Menschen, gehörte zu den Kupferwerken. 333 Jahre lang waren die Minen in Betrieb, in eisigen Wintern mit Temperaturen unter minus 50 Grad, während einer schwedischen Invasion, die 1679 die gesamte Stadt niederbrannte, und in jahrhundertelanger mühsamer Arbeit unter Tage. Die Kupferhütte ging schließlich 1977 in Konkurs.
Was überlebt hat, ist bemerkenswert. Etwa 2.000 Holzhäuser aus dem 17. bis 19. Jahrhundert stehen noch, viele davon werden heute bewohnt und genutzt. Die dunklen, geteerten Bergarbeiterhäuser entlang des Sleggveien und die prächtigen Direktorenwohnungen rund um den Kirchplatz erzählen die Geschichte einer Stadt, in der die Klassentrennung in die Architektur eingebaut war. Bergstadens Ziir, die 1784 fertiggestellte Steinkirche, bietet Platz für 1.600 Menschen und ist damit eine der größten in Norwegen. Die Kupferhütte zahlte dafür: 23.000 Riksdaler, was dem Jahresgehalt von 425 Bergleuten entspricht. Die UNESCO nahm Røros 1980 in die Liste des Weltkulturerbes auf und erweiterte die Liste 2010 um den Kreisumfang und die umliegende Kulturlandschaft.
Røros hat sich rund um Essen und Handwerk neu erfunden. Rørosmeieriet, die örtliche Molkereigenossenschaft, stellt Butter und Sauerrahm nach traditionellen Verfahren her, die international anerkannt sind. Der jährliche Weihnachtsmarkt, der seit 1854 stattfindet, zieht Anfang Dezember Zehntausende von Besuchern in die hölzernen Straßen. In der Stadt gibt es auch eine samische Gemeinschaft, deren Wurzeln in der Rentierzucht in den umliegenden Bergen liegen. Der Winter ist hier keine Jahreszeit, sondern ein Zustand des Seins: Røros hält den südnorwegischen Kälterekord mit minus 50,4 Grad Celsius, gemessen am 13. Januar 1914.
Was überlebt hat, ist bemerkenswert. Etwa 2.000 Holzhäuser aus dem 17. bis 19. Jahrhundert stehen noch, viele davon werden heute bewohnt und genutzt. Die dunklen, geteerten Bergarbeiterhäuser entlang des Sleggveien und die prächtigen Direktorenwohnungen rund um den Kirchplatz erzählen die Geschichte einer Stadt, in der die Klassentrennung in die Architektur eingebaut war. Bergstadens Ziir, die 1784 fertiggestellte Steinkirche, bietet Platz für 1.600 Menschen und ist damit eine der größten in Norwegen. Die Kupferhütte zahlte dafür: 23.000 Riksdaler, was dem Jahresgehalt von 425 Bergleuten entspricht. Die UNESCO nahm Røros 1980 in die Liste des Weltkulturerbes auf und erweiterte die Liste 2010 um den Kreisumfang und die umliegende Kulturlandschaft.
Røros hat sich rund um Essen und Handwerk neu erfunden. Rørosmeieriet, die örtliche Molkereigenossenschaft, stellt Butter und Sauerrahm nach traditionellen Verfahren her, die international anerkannt sind. Der jährliche Weihnachtsmarkt, der seit 1854 stattfindet, zieht Anfang Dezember Zehntausende von Besuchern in die hölzernen Straßen. In der Stadt gibt es auch eine samische Gemeinschaft, deren Wurzeln in der Rentierzucht in den umliegenden Bergen liegen. Der Winter ist hier keine Jahreszeit, sondern ein Zustand des Seins: Røros hält den südnorwegischen Kälterekord mit minus 50,4 Grad Celsius, gemessen am 13. Januar 1914.