Der See Ringedalsvatnet , der 700 Meter unterhalb der Trolltunga liegt, ist künstlich angelegt. Genauer gesagt, ist der Wasserstand künstlich. Ursprünglich war es ein natürlicher See, doch zwischen 1910 und 1918 wurde quer durch das Tal ein 521 Meter breiter Staudamm errichtet, wodurch der Wasserspiegel um über 30 Meter angehoben wurde. Der Staudamm ist mit handbehauenem Granit verkleidet und wie eine mittelalterliche Burg mit Zinnen gekrönt.
Dieser Stausee speist das Kraftwerk Tyssedal. Der Bau hat das Tal für immer verändert. Einst stürzten zwei der berühmtesten Wasserfälle Norwegens in diesen See: der Ringedalsfossen mit einer Gesamthöhe von 420 Metern und der Tyssestrengene mit einem freien Fall von über 300 Metern. Beide waren Anfang des 20. Jahrhunderts wichtige Touristenattraktionen. Heute fließt ihr Wasser stattdessen durch Tunnel.
Von der Trolltunga blickt man auf ruhiges, blaues Wasser hinab, umgeben von steilen Klippen. Wunderschön, aber eine ganz andere Landschaft als die, die viktorianische Touristen damals zu sehen kamen.