Nyksund – Von der Geisterstadt zum Künstlerparadies
Nyksund – Von der Geisterstadt zum Künstlerparadies
📜 Geschichte Vesterålen Küste

Nyksund – Von der Geisterstadt zum Künstlerparadies

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Nyksund ist ein altes Fischerdorf auf Vesterålen, das sich von einem geschäftigen Hafen über eine Geisterstadt zu einer Künstlerkolonie gewandelt hat. Es erstreckt sich über zwei Inseln, Nyksundøya und Ungsmaløya, die durch einen Damm an der nordwestlichen Spitze von Langøya miteinander verbunden sind.

Die Geschichte beginnt im späten 18. Jahrhundert, als ein Kaufmann das Potenzial dieses abgelegenen Außenpostens in der Nähe reicher Fischgründe erkannte. Bis 1860 war Nyksund zu einem geschäftigen Zentrum maritimer Aktivitäten geworden, und bis 1900 hatte es sich zum zweitgrößten Fischerdorf auf den Vesterålen entwickelt. Die Wirtschaft basierte auf der saisonalen Wanderung des Skrei, des Winterkabeljaus, der auf seinem Weg zu den Laichgründen in den Lofoten hier vorbeikommt.

Die Arbeiten am Wellenbrecher zwischen den beiden Inseln begannen 1874. Die Fertigstellung verzögerte sich bis zum Herbst 1878, da heftige Stürme die Arbeiten immer wieder behinderten. Im Jahr 1880 wurde er durch einen weiteren Sturm erneut beschädigt. Ein Großbrand im Jahr 1934 zerstörte einen Großteil der Gebäude entlang des Innenhafens. Bis 1945 verfügte das Dorf über neun Fischverarbeitungsbetriebe, vier Geschäfte, eine Bäckerei, eine Schmiede und etwa 180 Einwohner in rund 30 Haushalten. Nur drei oder vier dieser Haushalte waren tatsächlich in der Fischerei tätig. Die übrigen betrieben die Fabriken, Geschäfte und Dienstleistungsbetriebe. Die meisten Fischer kamen nur für die Wintersaison nach Nyksund.

Bis 1960 gab es keine Straße nach Nyksund. Nach dem Krieg machten moderne Boote mit leistungsstarken Motoren es überflüssig, so nah an den Fischgründen zu wohnen. Die Fischfabriken zogen nach und nach ab, und das benachbarte Myhre übernahm ihre Rolle. Bis 1975 waren alle weggezogen.

Das hätte das Ende sein können, doch 1985 entdeckte der deutsche Professor Burkhard Herrmann Nyksund und startete ein Wiederbelebungsprojekt. Im Sommer kamen Studenten und reisende Künstler. Der Pachtvertrag wurde 1989 nicht verlängert, und es ging wieder bergab, doch steigende Touristenzahlen sorgten Mitte der 1990er Jahre für einen zweiten Aufschwung. Heute sind viele Häuser zu Antiquitätenläden, kleinen Restaurants und Unterkünften umgebaut worden.

Nyksund ist nur mit dem Auto erreichbar. Die Straße wird privat unterhalten und ist keine offizielle Mautstraße, aber eine kleine Spende wird gerne gesehen. Am Ortseingang gibt es einen Parkplatz, auf dem man an einem Automaten bezahlt. Hier befindet sich auch einer der Ausgangspunkte für die „Dronningsruta“, den berühmtesten Wanderweg Nordnorwegens.

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