Mardalsfossen
💧 Wasserfall Romsdal Tal

Mardalsfossen

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Der Mardalsfossen stürzt in zwei Stufen 655 Meter den Berghang hinunter ins Eikesdalen und ist damit einer der höchsten Wasserfälle Norwegens und Europas. Allein der obere Freifallabschnitt misst 297 Meter. Wenn er fließt, ist der Anblick wahrhaft spektakulär: eine gewaltige Wassersäule, die ins darunterliegende Tal stürzt.

Das entscheidende Detail: Dieser Wasserfall fließt jedes Jahr nur vom 20. Juni bis zum 20. August. Den Rest des Jahres wird das Wasser zur Stromerzeugung in Wasserkraftwerken durch Tunnel umgeleitet. Diese saisonale Regelung ist das Ergebnis eines der berühmtesten Umweltkämpfe Norwegens. Im Jahr 1970 besetzte eine Gruppe von Aktivisten, Philosophen und Bergsteigern das Tal im Rahmen der sogenannten „Mardøla-Aktion“ – einer der ersten großen Umweltproteste in der norwegischen Geschichte. Sie verloren zwar den Kampf gegen das Kraftwerk, doch der Kompromiss, den sie erreichten, war bemerkenswert: Der Wasserfall sollte jeden Sommer freigegeben werden, damit die Menschen ihn weiterhin erleben konnten. Andere berühmte norwegische Wasserfälle hatten nicht so viel Glück. Der Rjukanfossen in Telemark wurde vollständig geopfert, als Sam Eyde ihn 1905 für die industrielle Energieversorgung von Norsk Hydro nutzte, und die Tyssestrengene in der Nähe von Trolltunga in Hardanger verschwanden auf dieselbe Weise – beide sind für immer verschwunden, ohne saisonale Atempause.

Der Protest war ein Wendepunkt. Er trug dazu bei, die moderne Umweltbewegung in Norwegen ins Leben zu rufen, und führte landesweit zu einem stärkeren Schutz von Wasserfällen und Flüssen. Für den Vøringsfossen in Hardanger wurde später beim Bau des Kraftwerks Sima eine ähnliche Vereinbarung über die Sommerwasserführung getroffen – ein Kompromiss, der ohne den von Mardøla geschaffenen Präzedenzfall wahrscheinlich nicht zustande gekommen wäre. Mehrere andere große Wasserfälle wurden als direkte Folge der öffentlichen Debatte dauerhaft geschützt.

Der Wasserfall ist über eine Straße ins Eikesdalen zu erreichen. Ein markierter Wanderweg führt zu Aussichtspunkten am Fuße des Wasserfalls. Planen Sie Ihren Besuch zwischen Ende Juni und Mitte August, sonst werden Sie nichts als trockenes Gestein vorfinden.

Gut zu wissen

Wettertipp

Der Fluss fließt nur vom 20. Juni bis zum 20. August. Außerhalb dieses Zeitraums wird das Wasser zur Stromerzeugung umgeleitet.

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