Gjerstad
🏘️ Ortschaft Aust-Adger Wald

Gjerstad

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Gjerstad ist eine der kleinsten Gemeinden in Agder, eine Landschaft aus tiefen Wäldern und stillen Seen, wo die Bahnstrecke von Telemark nach Agder übergeht. Hier leben nur wenige hundert Menschen, doch der Bahnhof wäre beinahe zum Knotenpunkt einer der ehrgeizigsten, nie realisierten Eisenbahnstrecken Südnorwegens geworden.

In den 1890er Jahren herrschte in der Küstenstadt Risør große Panik. Die geplante Sørlandsbanen sollte durch das Landesinnere verlaufen und die Küste vollständig umgehen. Für Risør, das auf Holzlieferungen aus den Tälern im Landesinneren angewiesen war, stellte dies eine existenzielle Bedrohung dar: Die Bahn würde den Handel stattdessen nach Arendal und Kragerø umleiten. Der Eisenbahnausschuss der Stadt warnte 1883, dass das Überleben der Stadt auf dem Spiel stehe.

Die Antwort darauf war die Risørbanen, eine Nebenstrecke von Risør über Skorstøl hier in Gjerstad, weiter über Vegårshei und Åmli bis nach Tveitsund in Nissedal, Telemark, wo Eisenerzvorkommen neue Industriemöglichkeiten versprachen. Ingenieure vermassen die Strecke in den Jahren 1897–1899: vier Abschnitte, geschätzte Kosten von fast vier Millionen Kronen und eine vierstündige Fahrt bei einer Geschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunde.

Daraus wurde nichts. Der Bezirksrat verzögerte das Projekt wiederholt, da er befürchtete, lokale Eisenbahnlinien könnten die politische Unterstützung für die Hauptstrecke Sørlandsbanen untergraben. Als die Frage 1918 erneut aufkam, hatten Straßen und Kraftfahrzeuge diese Idee bereits überholt. Die Risørbanen wurde zu einem vergessenen Kapitel; ihre detaillierten Pläne sind heute im KUBEN in Arendal archiviert.

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