Boge Erdrutsch &"Båt for Tog"

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Boge Erdrutsch &"Båt for Tog"

40 Minuten
Im Mai 2015 stürzten hier in Boge innerhalb weniger Tage zwei Erdrutsche den Berghang hinunter. Sie begruben sowohl die E16 als auch die Bergenbahn unter Tonnen von Gestein und Schutt. Niemand wurde verletzt, aber plötzlich waren die beiden größten Städte Norwegens voneinander abgeschnitten.

Das Problem: Wenn sowohl die Straße als auch die Schiene blockiert sind, gibt es keine gute Alternative. Der Umweg über Hardanger verlängert die Reise um Stunden. Und da 55 Prozent des gesamten Güterverkehrs zwischen Oslo und Bergen über die Schiene abgewickelt werden, stand Bergen innerhalb weniger Tage vor einer Logistikkrise. Die Waren kamen einfach nicht mehr an.

NSB musste improvisieren. Sie fanden eine Lösung, die in Westnorwegen noch nie zuvor eingesetzt wurde: "båt for tog" - Bootfür Zug. Die Fahrgäste fuhren mit dem Zug von Bergen nach Arna und dann mit dem Bus zur Anlegestelle Garnes . Von dort wurden sie mit einem Schnellboot über den Sørfjord nach Stanghelle gebracht, wo ein weiterer Zug wartete, der nach Voss und weiterfuhr. Die ganze Aktion dauerte mehrere Tage, während die Besatzungen die Trümmer wegräumten.

Die örtliche Geologin Trine Helle Simmenes hatte ihre Magisterarbeit genau über diesen Berghang geschrieben. Sie sagte gegenüber NRK, dass sie die Straße unter den gegebenen Bedingungen - in den Bergen lag immer noch starker Schnee und es waren große Regenmengen vorhergesagt - nicht offen gehalten hätte. Sie hatte die Warnschilder schon Tage zuvor gesehen.

Diese Erdrutsche waren ein Wendepunkt. Die Lokalpolitiker hatten jahrelang für eine sicherere Strecke gekämpft, und nun hatten sie den unbestreitbaren Beweis für die Gefahr. Heute haben die Arbeiten am Fellesprosjektet Arna-Stanghelle - dem größten Verkehrsinfrastrukturprojekt in der modernen norwegischen Geschichte - endlich begonnen. Statens vegvesen und Bane NOR bauen es gemeinsam: fast 80 Kilometer neue Tunnel für Straße und Schiene.

Die neue E16 wird von Arna bis Trengereid vierspurig und weiter bis Stanghelle zweispurig sein - damit werden aus 18 alten Tunneln nur noch drei moderne. Die Bahn erhält eine für 200 km/h ausgelegte Doppelspur mit zwei neuen Tunneln: dem 19 Kilometer langen Arnatunnelen und dem 8 Kilometer langen Vaksdalstunnelen. Neue Bahnhöfe werden in Vaksdal und Stanghelle gebaut. An den Stellen, an denen die Tunnel parallel verlaufen, werden sie durch Querverbindungen miteinander verbunden, damit die Menschen im Notfall von der Schiene auf die Straße oder umgekehrt umsteigen können.

Die Kosten belaufen sich auf rund 40 Milliarden Kronen. Die voraussichtliche Fertigstellung ist für 2039 geplant. Bis dahin bleiben die alte Straße und die eingleisige Eisenbahnstrecke in Betrieb - und die Berge darüber bewegen sich immer noch von Zeit zu Zeit.

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