Sie erreichen nun Aurdal, ein Dorf, das seit Jahrhunderten das Herzstück von Valdres bildet. Der Name leitet sich vom altnordischen„Aurardalr“ ab – dem Tal des Flusses Aur, was so viel wie „Kiesfluss“ bedeutet. Auch wenn Fagernes heute das Verwaltungszentrum der Gemeinde ist, war Aurdal das historische Zentrum der gesamten Region. Am Ortseingang steht ein Schild, das den Reiz für Ferienhausbesitzer auf den Punkt bringt: „Velger du Aurdal, er du framme nå“ – wenn du dich für Aurdal entscheidest, bist du schon angekommen. Das ist ein kleiner Seitenhieb auf die längere Fahrt zu Zielen weiter oben im Tal.
Die Aurdal-Kirche, das weiße, kreuzförmige Gebäude, das man von der Straße aus sehen kann, stammt aus dem Jahr 1737 und dient als Hauptpfarrkirche für Valdres. Doch schon viel länger stand hier eine Kirche – das heutige Gebäude ersetzte eine mittelalterliche Stabkirche, die wahrscheinlich um 1150 erbaut wurde. Ein Taufbecken aus dieser ursprünglichen Kirche ist noch heute in Gebrauch. Während des Krieges fanden hier heftige Kämpfe statt, und südlich der Kirche befindet sich ein Gedenkstein für die Gefallenen.
Das Dorf liegt am Talgrund neben dem Aurdalsfjorden, der auch als Dokkafjorden bekannt ist . Es ist ein guter Ort zum Angeln – Forellen, Barsche und Felchen – und es gibt einen Campingplatz am Wasser, von dem aus im Sommer Bootsausflüge angeboten werden. Valdres Golf liegt am Seeufer südlich des Dorfes.
Oben auf dem sonnigen Hang oberhalb von Aurdal befindet sich das Valdres Alpinsenter, eines der größeren Skigebiete der Region. Es verfügt über fünf Lifte und 15 Pisten in Höhenlagen zwischen 700 und 1.060 Metern, mit Pisten für jeden, vom Anfänger bis zum erfahrenen Skifahrer. Außerdem gibt es einen Kinderbereich und einen Snowpark. Das Skigebiet rühmt sich, zu den sonnigsten und wetterbeständigsten Orten Norwegens zu gehören – auch wenn ich das mit Vorsicht genießen würde.
Im Jahr 2000 wurde Aurdal zum Kulturort der Gemeinde Nord-Aurdal ernannt und hat eine bemerkenswerte Anzahl von Musikern hervorgebracht. Die Hemsing-Schwestern – die Geigerinnen Eldbjørg und Ragnhild – sind hier aufgewachsen und veranstalten heute ein jährliches Musikfestival im Dorf.