Der Storegga-Mega-Tsunami: Als der Ozean die Küste verschlang
🪨 Geologie Helgeland Küste

Der Storegga-Mega-Tsunami: Als der Ozean die Küste verschlang

Auf der Karte öffnen
5 Minuten
Vor etwa 8.200 Jahren stürzte der Meeresboden vor der norwegischen Kontinentalplattform bei einem der größten Unterwassererdrutsche in der Geschichte der Erde ein. Der Storegga-Erdrutsch, benannt nach der „Großen Kante“ am Rand des Kontinentalschelfs, ließ 3.500 Kubikkilometer Gestein und Sediment in die Tiefen des Ozeans stürzen und löste einen Mega-Tsunami aus, der den gesamten Nordatlantik überrollte. Wellen mit einer Höhe von bis zu 10–12 Metern schlugen auf die norwegische Küste ein. In engen Fjorden könnte sich das Wasser zu Höhen von bis zu 40 Metern aufgestaut haben. Die Helgeland-Küste, die direkt an die offene Norwegische See grenzt, dürfte zu den ersten und am stärksten betroffenen Gebieten gehört haben. Mesolithische Jäger- und Sammlergemeinschaften, die an diesen Küsten lebten – Menschen, die für ihre Ernährung und Fortbewegung auf das Meer angewiesen waren –, erlebten eine Katastrophe von fast unvorstellbarem Ausmaß. Der Erdrutsch trug auch zum endgültigen Untergang von Doggerland bei, der tief liegenden Landbrücke, die einst Großbritannien über die heutige Nordsee mit Kontinentaleuropa verband. Heute liegen die Spuren davon in Sedimentschichten entlang der Küste verborgen. Doch wenn man hier auf den äußeren Helgeland-Inseln steht und nach Westen über die Norwegische See in Richtung des Kontinentalschelf-Randes blickt, sieht man den Ursprung einer der gewaltigsten Naturkatastrophen der europäischen Vorgeschichte. Der friedliche Ozean vor einem stieg einst an und verschlang diese gesamte Küstenlinie innerhalb weniger Minuten.

Hol dir die kostenlose Xplore-Norway-App

Lass dir jeden Ort beim Fahren automatisch vorlesen, mit Offline-Karten für ganz Norwegen.

  • Automatischer GPS-Audioguide
  • Offline-Karten für ganz Norwegen
  • Kostenlos

1580 Orte in ganz Norwegen