Am 31. August 1819 bebte der Boden unter Helgeland mit einer Stärke, die in der dokumentierten skandinavischen Geschichte ihresgleichen sucht. Das Lurøy-Erdbeben mit einer geschätzten Stärke von 5,9 ist bis heute das stärkste jemals in Fennoskandinavien – der geologischen Region, die Norwegen, Schweden, Finnland und Dänemark umfasst – dokumentierte Erdbeben an Land. Das Epizentrum lag im Gebiet Lurøy–Skjona entlang der Helgeland-Küste. Die Erschütterungen waren in ganz Nordland, bis nach Trøndelag, Troms und Finnmark sowie sogar im weit entfernten Nordschweden und Finnland zu spüren. Vor Ort waren die Auswirkungen dramatisch: Gerölllawinen stürzten die Berghänge hinab, mastenhohe Wellen brandeten durch den Ranafjord, und Lehmlawinen veränderten die Küstenlinie bei Utskarpen. In mehreren Gebieten wurde von Bodenverflüssigung berichtet; der Boden selbst verwandelte sich kurzzeitig in eine flüssige Masse. Die Nachbeben hielten fünf Wochen lang an. Norwegen wird normalerweise nicht mit seismischer Aktivität in Verbindung gebracht, doch diese Region liegt entlang alter geologischer Verwerfungslinien, die gelegentlich wieder aktiv werden. Das Erdbeben von 1819 erinnert daran, dass selbst im geologisch „stabilen“ Skandinavien die Kräfte unter der Oberfläche keineswegs ruhen.
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Helgeland
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Das Erdbeben von Lurøy im Jahr 1819: Das stärkste Erdbeben in Fennoskandinavien
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