Sulitjelma – Norwegens „Copper Mountain“
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Sulitjelma – Norwegens „Copper Mountain“

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Im Jahr 1858 fand ein samischer Rentierzüchter namens Mons Andreas Petersen in den Bergen, 80 Kilometer östlich von Bodø, glänzende Gesteinsbrocken. Die abgelegene Lage ließ das Interesse jahrzehntelang schwinden, bis der schwedische Industrielle Nils Persson 1887 mit Probebergbau begann. Innerhalb weniger Jahre entwickelte sich die Bergbaugesellschaft Sulitjelma zum zweitgrößten Industrieunternehmen Norwegens.

Auf dem Höhepunkt um 1913 arbeiteten hier 1.750 Bergleute, und über 3.000 Menschen lebten in dieser Werksstadt tief in den Bergen. Der Betrieb war ein echter industrieller Vorreiter: Ingenieure bauten ab 1891 die erste Eisenbahn Nordnorwegens, die Sulitjelma-Linie, und bis zu 80 Kilometer Schmalspurstrecke verliefen innerhalb der Bergwerke selbst. Im Jahr 1893 wurde ein Wasserkraftwerk errichtet, um die später weltweit erste elektrische Kupferschmelze – das sogenannte Knudsen-Verfahren – zu betreiben.

Über ein Jahrhundert lang wurden aus diesen Bergen Kupfer, Pyrit und Zink gefördert. Dann, am 27. Juni 1991 um 12:30 Uhr, wurde die letzte Sprengung durchgeführt. Sinkende Kupferpreise hatten den Abbau unrentabel gemacht. Die Einwohnerzahl brach von 3.000 auf heute unter 400 ein. Die alte Brechanlage steht noch immer mit zerbrochenen Fenstern da – ein unverkennbares Beispiel für eine Geisterstadt, die einst von einem Unternehmen geprägt war.

Doch das Erbe reicht tiefer als nur bis zu den verlassenen Gebäuden. Das Kupfererz enthält schwere Schwefelverbindungen, und freiliegende Bergbauabfälle erzeugen Schwefelsäure, die Schwermetalle in das umliegende Wasser löst. Der Staat trägt nach wie vor die Verantwortung für diese Verschmutzung. Ein neues Unternehmen, Nye Sulitjelma Gruver, plant, die Minen wieder in Betrieb zu nehmen und die Abraumhalden unter Wasser zu lagern, um eine weitere Säurebildung zu verhindern – allerdings stehen die Genehmigungen noch aus.

Heute erzählt das Bergbaumuseum von Sulitjelma die ganze Geschichte, und in einem Besucherbergwerk kann man mit der originalen Bergbaulokomotive 1,6 Kilometer tief in den Berg hineinfahren. Die Fahrt dauert etwa 90 Minuten und führt durch einen Tunnel, in dem eine konstante Temperatur von sechs bis acht Grad herrscht. Oberhalb der Stadt erstreckt sich der Sulitjelmaisen -Gletscher über die norwegisch-schwedische Grenze und bildet den Ausgangspunkt für den 800 Kilometer langen Wanderweg „Nordkalottleden “.

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