Sie nähern sich nun dem Sperillen-See, einem der größeren Binnenseen Norwegens. Er erstreckt sich über 26 Kilometer von Norden nach Süden und hat eine Fläche von etwa 37 Quadratkilometern. An seiner tiefsten Stelle erreicht der See eine Tiefe von 108 Metern. Tatsächlich ist er der 33. größte See des Landes.
Der See liegt im Ådal-Tal auf etwa 150 Metern über dem Meeresspiegel. Zwei Flüsse münden von Norden her in ihn: die Begna, die aus dem Begnadalen herabfließt, und die Urula, die aus dem Hedalen kommt. Am südlichen Ende bei Ringmoen befindet sich ein Staudamm, der den Wasserstand reguliert. Der Abfluss mündet in den Fluss Ådalselva, der schließlich bei Hønefoss in die Randselva mündet .
Das Besondere am Sperillen ist, dass er einer der wenigen norwegischen Seen ist, an denen noch kommerzieller Fischfang betrieben wird. Die meisten Seen hier dienen nur dem Sportangeln, doch im Sperillen wird seit Generationen kommerziell gefischt. Der See ist bekannt für Felchen, Saibling und Forellen. Wenn Sie hier selbst angeln möchten, denken Sie daran, dass Sie die entsprechende Angelgenehmigung benötigen.
Der See blickt zudem auf eine interessante Verkehrsgeschichte zurück. Bereits im Jahr 1868 nahm ein Dampfschiff namens „DS Bægna“ den Fährbetrieb vom südlichen Ende bei Finstad bis nach Sørum in Sør-Aurdal am nördlichen Ende auf. Dies war der wichtigste Weg, um Menschen und Güter durch das Tal zu befördern, bevor ordentliche Straßen gebaut wurden. Das Dampfschiff war bis 1929 im Einsatz, dann wurde es durch ein Motorschiff namens „DS Sperillen“ ersetzt . Die Fährverbindung knüpfte an die bereits erwähnte Sperillbanen-Bahn an, die eigens gebaut wurde, um das Hauptschienennetz mit der Seefähre zu verbinden.
Am Westufer des Sees befindet sich die Viker-Kirche. Sie ist tatsächlich die älteste erhaltene Holzkirche in der Region Ringerike. Sie wurde in den 1690er Jahren erbaut und 1702 geweiht. Vor dieser Kirche stand an derselben Stelle eine mittelalterliche Stabkirche, die erstmals in Urkunden aus dem Jahr 1462 erwähnt wurde. Beim Bau der neuen Kirche wurden der Altar und die Kanzel aus der alten Kirche übernommen. Der Altar stammt aus dem 17. Jahrhundert. Archäologische Funde rund um die Kirche belegen, dass dieser Ort bereits seit der Steinzeit besiedelt war, und in der Umgebung befinden sich mehrere Grabhügel aus der Eisenzeit.
Rund um den See gibt es mehrere Strände und Campingplätze. Die Gegend ist im Sommer bei Einheimischen beliebt, zieht jedoch nicht die Touristenmassen an, wie man sie an bekannteren Seen vorfindet. Es ist eine ruhigere Ecke Norwegens.