In der Nacht vom 22. Mai 1999 wurden drei Mitglieder der Familie Orderud auf ihrem Gehöft in Sørum erschossen. Bei den Opfern handelte es sich um den 81-jährigen Kristian Orderud, seine 84-jährige Ehefrau Marie und ihre 47-jährige Tochter Anne Orderud Paust. Der Mörder drang zwischen Mitternacht und 5 Uhr morgens ein, indem er auf die Veranda im zweiten Stock kletterte und ein Fenster der Verandatür einschlug. Marie scheint den Eindringling gestellt zu haben und wurde aus nächster Nähe erschossen. Es wurden zwei verschiedene Schusswaffen verwendet. Keine davon wurde jemals gefunden.
Der Fall hatte einen beunruhigenden Vorlauf. Anne Orderud Paust arbeitete als persönliche Sekretärin des norwegischen Verteidigungsministers Dag Jostein Fjærvoll. Am 17. Juli 1998, fast ein Jahr vor den Morden, entdeckte sie vor dem Verteidigungsministerium eine 500-Gramm-Solex-Sprengladung unter ihrem Auto. Die Bombe wurde von der Osloer Polizei als „äußerst dringlich“ eingestuft, doch der Fall wurde nie aufgeklärt. Dann, im August 1998, wurden im Treppenhaus ihres Wohnhauses in Oslo eine undichte Propangasflasche und Benzin gefunden. Jemand hatte bereits versucht, sie zu töten.
Ihr Sohn Per Kristian Orderud hatte in der Nacht der Morde im nur 200 Meter entfernten Hauptbauernhaus gewohnt. Er und seine Frau Veronica sowie Veronicas Schwester Kristin Kirkemo und Kirkemos Ex-Freund Lars Grønnerød wurden alle wegen Verschwörung zum Mord angeklagt. Die Staatsanwaltschaft argumentierte, das Motiv sei das Erbe gewesen. Der Bauernhof war wertvoll, Per hatte ihn jahrelang bewirtschaftet, aber seine Eltern waren noch immer die Eigentümer, und er befürchtete, sie würden ihn stattdessen seiner Schwester Anne vermachen.
Alle vier wurden im Juni 2001 verurteilt – in einem Verfahren, das zu diesem Zeitpunkt zum meistbeachteten Strafprozess in der norwegischen Geschichte geworden war. Per und Veronica Orderud erhielten jeweils 21 Jahre Haft. Lars Grønnerød wurde zu 18 Jahren verurteilt. Kristin Kirkemo erhielt 16 Jahre. Alle vier wurden um das Jahr 2015 herum aus der Haft entlassen.
Die zentrale Frage blieb unbeantwortet: Wer hat den Abzug betätigt? Die Staatsanwaltschaft wies eine Verschwörung nach, konnte jedoch den tatsächlichen Mörder nicht identifizieren. Veronica Orderud hat stets ihre Unschuld beteuert und sich um eine Wiederaufnahme des Verfahrens bemüht. In Podcasts, Dokumentationen und Büchern werden die Beweise weiterhin hinterfragt, und viele Norweger sind sich nach wie vor uneinig darüber, ob der Gerechtigkeit voll und ganz Genüge getan wurde.
Der Fall hatte einen beunruhigenden Vorlauf. Anne Orderud Paust arbeitete als persönliche Sekretärin des norwegischen Verteidigungsministers Dag Jostein Fjærvoll. Am 17. Juli 1998, fast ein Jahr vor den Morden, entdeckte sie vor dem Verteidigungsministerium eine 500-Gramm-Solex-Sprengladung unter ihrem Auto. Die Bombe wurde von der Osloer Polizei als „äußerst dringlich“ eingestuft, doch der Fall wurde nie aufgeklärt. Dann, im August 1998, wurden im Treppenhaus ihres Wohnhauses in Oslo eine undichte Propangasflasche und Benzin gefunden. Jemand hatte bereits versucht, sie zu töten.
Ihr Sohn Per Kristian Orderud hatte in der Nacht der Morde im nur 200 Meter entfernten Hauptbauernhaus gewohnt. Er und seine Frau Veronica sowie Veronicas Schwester Kristin Kirkemo und Kirkemos Ex-Freund Lars Grønnerød wurden alle wegen Verschwörung zum Mord angeklagt. Die Staatsanwaltschaft argumentierte, das Motiv sei das Erbe gewesen. Der Bauernhof war wertvoll, Per hatte ihn jahrelang bewirtschaftet, aber seine Eltern waren noch immer die Eigentümer, und er befürchtete, sie würden ihn stattdessen seiner Schwester Anne vermachen.
Alle vier wurden im Juni 2001 verurteilt – in einem Verfahren, das zu diesem Zeitpunkt zum meistbeachteten Strafprozess in der norwegischen Geschichte geworden war. Per und Veronica Orderud erhielten jeweils 21 Jahre Haft. Lars Grønnerød wurde zu 18 Jahren verurteilt. Kristin Kirkemo erhielt 16 Jahre. Alle vier wurden um das Jahr 2015 herum aus der Haft entlassen.
Die zentrale Frage blieb unbeantwortet: Wer hat den Abzug betätigt? Die Staatsanwaltschaft wies eine Verschwörung nach, konnte jedoch den tatsächlichen Mörder nicht identifizieren. Veronica Orderud hat stets ihre Unschuld beteuert und sich um eine Wiederaufnahme des Verfahrens bemüht. In Podcasts, Dokumentationen und Büchern werden die Beweise weiterhin hinterfragt, und viele Norweger sind sich nach wie vor uneinig darüber, ob der Gerechtigkeit voll und ganz Genüge getan wurde.