Flughafen Oslo-Gardermoen
Flughafen Oslo-Gardermoen
✈️ Flughafen Romerike Vorstädtisch

Flughafen Oslo-Gardermoen

Auf der Karte öffnen
60 Minuten
Bevor Gardermoen 1998 eröffnet wurde, befand sich der Flughafen von Oslo in Fornebu, auf einer Halbinsel nur 8 km vom Stadtzentrum entfernt. Fornebu war besonders praktisch für Menschen, die im Westen von Oslo wohnten – in Bærum, Asker und weiter in Richtung Drammen. Doch der Flughafen war zu klein und konnte nicht erweitert werden.

Norwegen stritt über 30 Jahre lang darüber, wo ein Ersatzflughafen gebaut werden sollte. Die Debatte war so kontrovers, dass 13 verschiedene Verkehrsminister mit dem Fall befasst waren.

Der ursprüngliche Favorit war Hurum, eine Halbinsel südwestlich von Oslo. Das Parlament stimmte 1988 für Hurum. Ein Flughafen in Hurum wäre in der Nähe der Ballungszentren auf der Westseite des Fjords geblieben, wo sich viele der wohlhabendsten Gemeinden Norwegens befinden. Doch es gab ein Problem: Hurum lag auch in der Nähe des Militärflugplatzes Rygge und nahe der Strecke nach Torp. Einige argumentieren, die eigentliche Sorge sei gewesen, dass Hurum die Entwicklung weiterer Sekundärflughäfen im Süden verhindert hätte.

Dann zeigten Wetteruntersuchungen, dass Hurum nebelanfällig war. Piloten und Meteorologen protestierten und behaupteten, die Daten seien manipuliert worden. Zwei Regierungsausschüsse stellten keine Unregelmäßigkeiten fest. 1994 stürzte der Ingenieur, der die Manipulation behauptet hatte, aus einem Hotelfenster in Kopenhagen in den Tod. Die Umstände wurden nie aufgeklärt, und alle Dokumente verschwanden.

Nachdem Hurum vom Tisch war, stimmte das Parlament 1992 für Gardermoen. Um politische Einmischung zu vermeiden, gründeten sie eine spezielle unabhängige Gesellschaft – die Oslo Lufthavn AS –, die den Flughafen bauen und betreiben sollte. Dadurch blieb das Projekt außerhalb des jährlichen Haushaltsverfahrens und außerhalb der Reichweite der Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes. Die Baukosten beliefen sich auf 11,4 Milliarden Kronen und lagen 6 % unter dem Budget.

Bei norwegischen öffentlichen Projekten ist es fast unbekannt, dass die Kosten unter dem Budget liegen. Die meisten überschreiten das Budget um 50–100 %, manche sogar um 200 %. Seit diesem Erfolg wurde das Unternehmensmodell von Gardermoen nie wiederholt. Als die Regierung im Jahr 2000 Aufsichtsvorschriften für Großprojekte einführte, nahm sie den Luftverkehr ausdrücklich davon aus. Einige Beobachter vermuten, dass Politiker kein Interesse an einem System hatten, das bewies, dass sie nicht gebraucht wurden.

Der Flughafen war nicht perfekt. In der Endphase wurden geplante Toiletten gestrichen, um Platz für Geschäfte zu schaffen. Die Warteschlangen vom Eröffnungstag konnten erst mit der Erweiterung im Jahr 2017 beseitigt werden. Und zwei Monate nach der Eröffnung beschädigte Eisnebel an einem einzigen Morgen zwanzig Flugzeugtriebwerke.

Fast 70 % der Passagiere nutzen öffentliche Verkehrsmittel, um zum Flughafen zu gelangen – eine der höchsten Quoten weltweit. Der Flytoget-Express benötigt 19 Minuten bis ins Zentrum von Oslo. Wer jedoch aus Drammen anreist, ist nun eine Stunde vom Flughafen entfernt, statt der 30 Minuten, die man früher bis nach Fornebu benötigte. Seitdem fordert die Westseite des Fjords bessere Verkehrsanbindungen.

In der Nähe des Flughafens ragt der 45 Meter hohe „Keplerstjernen“ (Kepler-Stern) über dem Gewerbegebiet Gardermoen empor. Die vom Künstler Vebjørn Sand entworfene und zur Jahrtausendwende im Jahr 2000 eingeweihte Stahlskulptur besteht aus 102 Rohren und 13 Kugeln, die in der geometrischen Sternform angeordnet sind, die erstmals vom Astronomen Johannes Kepler konstruiert wurde. Auch als „Fredsstjernen“ (Friedensstern) bekannt, wurde sie in Zusammenarbeit mit dem Nobelinstitut zu Ehren von „Ärzte ohne Grenzen“, den Trägern des Friedensnobelpreises 1999, benannt. Der Stern ist sowohl von der Autobahn E6 als auch vom Flughafengebiet aus zu sehen.

Hol dir die kostenlose Xplore-Norway-App

Lass dir jeden Ort beim Fahren automatisch vorlesen, mit Offline-Karten für ganz Norwegen.

  • Automatischer GPS-Audioguide
  • Offline-Karten für ganz Norwegen
  • Kostenlos

1568 Orte in ganz Norwegen