Evje: Das Tor zum Setesdal und seinen Bodenschätzen
🏘️ Ortschaft Setesdal Tal

Evje: Das Tor zum Setesdal und seinen Bodenschätzen

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Evje liegt am südlichen Eingang zum Setesdal-Tal, wo die Straße von Kristiansand die Küste verlässt und entlang des Flusses Otra ins Landesinnere führt. Es sieht aus wie jede andere kleine norwegische Talstadt, doch der Boden unter ihr ist außergewöhnlich. Im GebietEvje-Iveland sind über 550 Bergwerke und Steinbrüche registriert, und es wurden mehr als 120 verschiedene Mineralarten identifiziert, von denen einige weltweit äußerst selten sind. Die Pegmatitvorkommen hier liefern Feldspat, Quarz, Beryll und Amazonit: Der grüne Amazonit aus dem Bergwerk Landsverk gilt als der beste Norwegens, und jahrzehntelang wurden große Mengen an die Edelsteinschleifer in Idar-Oberstein, Deutschland, exportiert. Der Setesdal-Mineralpark präsentiert das geologische Erbe in alten Stollen und lädt Besucher dazu ein, auf den Mineralienpfaden nach Exemplaren zu suchen.

Der größte Betrieb war die Flåt-Nickelmine, die von 1872 bis 1946 in Betrieb war und zeitweise die größte ihrer Art in Europa war. Über drei Millionen Tonnen Erz wurden gefördert und zu rund 20.000 Tonnen Nickel und 14.500 Tonnen Kupfer verarbeitet. Das Bergwerk war der Grund dafür, dass die Schmalspurbahn „Setesdalsbanen“ 1896 von Kristiansand bis hierher verlängert wurde: Nickel, Kupfer und Feldspat wurden per Bahn in den Süden transportiert. Als der Bergbau eingestellt wurde und der Straßentransport die Oberhand gewann, wurde die Bahnstrecke 1962 stillgelegt – es war die letzte von den Norwegischen Staatsbahnen betriebene Schmalspurstrecke. In der Nähe von Grovane ist ein historischer Abschnitt mit originalen Dampflokomotiven aus den 1890er Jahren erhalten geblieben.

Heute hat sich Evje rund um Outdoor-Abenteuer neu erfunden. TrollAktiv bietet Wildwasser-Rafting auf der Otra an, einem der wärmsten Flüsse Norwegens, wobei der 8,5 Meter hohe Wasserfall Syrtveitsfossen den Höhepunkt darstellt. Außerdem gibt es in Hornnes einen Kletterpark in den Baumwipfeln mit Seilrutschen, die den Fluss überqueren. Die Kombination aus geologischer Geschichte unter der Erde und Adrenalin auf dem Wasser macht den Ort zu einem idealen Zwischenstopp, bevor man tiefer ins Setesdal vordringt.

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