Alta-Museum & Felszeichnungen
Alta-Museum & Felszeichnungen
🏛️ Museum Vest-Finnmark Küste

Alta-Museum & Felszeichnungen

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Im Jahr 1973 wurde in Jiepmaluokta – „Bucht der Robben“ auf Nordsami – ein Fund gemacht, der unser Verständnis der arktischen Vorgeschichte grundlegend veränderte. Sie werden auch den Namen Hjemmeluft sehen, der im Norwegischen eigentlich nichts bedeutet; er wurde einfach aus dem samischen Namen übernommen und so umgestaltet, dass er norwegisch klingt – ein in Finnmark weit verbreitetes Muster. Seitdem wurden an fünf Fundstätten rund um den Altafjord mehr als 6.000 Felszeichnungen entdeckt. Felsgravuren gibt es in ganz Norwegen, aber nirgendwo sonst sind so viele an einem Ort konzentriert. Die UNESCO nahm die Stätte 1985 in die Liste des Weltkulturerbes auf – Norwegens einziges prähistorisches Weltkulturerbe –, und das Museum wurde 1993 zum „Europäischen Museum des Jahres“ gekürt.

Im Vergleich zu den berühmten Höhlenmalereien in Süd- und Mitteleuropa, die bis zu 30.000 Jahre alt oder sogar noch älter sein können, sind die Felsgravuren von Alta relativ jung. Sie erstrecken sich über einen Zeitraum von etwa 5.000 Jahren, beginnend um 4200 v. Chr., und die jüngsten stammen aus der Zeit des Römischen Reiches. Das Besondere an dieser Stätte ist, dass man buchstäblich durch die Zeit wandeln kann: Als Skandinavien nach der letzten Eiszeit aus dem Meer emporstieg, meißelte jede Generation am Ufer. Die ältesten Felszeichnungen befinden sich heute am höchsten am Hang, die jüngsten weiter unten. Das Land selbst wurde zur Zeitachse.

Die Darstellungen zeugen von einer hochentwickelten Kultur. Rentierherden dominieren die Motive; sie werden sowohl gejagt als auch hinter Zäunen eingepfercht dargestellt – ein Hinweis auf große, gemeinschaftliche Jagdzüge. Die Boote entwickelten sich von kleinen Fischerbooten zu Schiffen für 30 Personen mit kunstvoll gestalteten Bugfiguren in Tierform, was auf Fernreisen entlang der Küste hindeutet. Am auffälligsten sind jedoch die Bären. An der Fundstätte Kåfjord sind über 350 Bärenspuren in den Fels gemeißelt; viele verlaufen senkrecht durch die Felsplatten, während andere Tierspuren waagerecht verlaufen. Forscher glauben, dass dies einen Bärenkult widerspiegelt: Die senkrechten Spuren deuten darauf hin, dass Bären zwischen verschiedenen Schichten der Welt hin- und herreisen und so die Welt der Lebenden mit der der Toten verbinden konnten. Die Bärenabbildungen hören um 1700 v. Chr. plötzlich auf, was auf einen dramatischen Wandel in den Glaubenssystemen hindeutet. Figuren mit charakteristischen Kopfbedeckungen tauchen in rituellen Prozessionen und Tänzen auf – wahrscheinlich Schamanen, die zwischen der Welt der Menschen und der Geisterwelt vermitteln.

Die Felszeichnungen sind zudem mit einem der wichtigsten politischen Ereignisse Norwegens verflochten. Sechs Jahre nach ihrer Entdeckung kündigte die Regierung Pläne an, den Fluss Alta-Kautokeino zu stauen. Was darauf folgte – von 1979 bis 1981 – war Norwegens größter Akt zivilen Ungehorsams: Sámi-Aktivisten traten vor dem Parlament in den Hungerstreik, während sich über tausend Demonstranten an der Baustelle in Stilla mit Ketten festbanden. Zu einem bestimmten Zeitpunkt wurden zehn Prozent der gesamten norwegischen Polizei nach Alta entsandt. Der Staudamm wurde letztendlich gebaut, doch die Bewegung führte 1989 direkt zur Gründung des Sámediggi, des samischen Parlaments.

Ein Holzsteg schlängelt sich auf zwei Routen durch das Gelände: eine kurze, 1,2 Kilometer lange Rundstrecke und der gesamte 3 Kilometer lange Weg. Die Felszeichnungen wurden alle unbemalt entdeckt, doch einige wurden inzwischen mit rotem Pigment ausgefüllt, um sie besser hervorzuheben. Nicht alle Felszeichnungen sind bemalt, und die unbemalten sind manchmal recht schwer zu erkennen – nehmen Sie sich also Zeit und schauen Sie genau hin. Die Felszeichnungen im Freien sind nur in der schneefreien Zeit zugänglich, etwa von Mai bis Oktober, während die Ausstellungen im Innenbereich ganzjährig geöffnet sind.

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