Saudasjøen
📜 Geschichte Ryfylke Fjord

Saudasjøen

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Saudasjøen ist ein kleines Dorf am Nordufer des Saudafjords, etwa 3,5 Kilometer vor Sauda. Heute wirkt es wie ein ruhiger Vorort. Doch genau hier hat eigentlich alles begonnen.

Hier befand sich der ursprüngliche Hof „Sauda“, der der gesamten Gemeinde ihren Namen gab. Als die Gemeinde 1838 gegründet wurde, wurde Saudasjøen zum Verwaltungszentrum gewählt. Diesen Status verlor der Ort erst Anfang des 20. Jahrhunderts, als sich der Schwerpunkt der Hüttenindustrie nach Sauda verlagerte.

Während des Zweiten Weltkriegs errichteten die Deutschen hier im Rahmen des Nordag-Programms eine riesige Aluminiumfabrik. Sie benötigten Aluminium für Kampfflugzeuge, und Sauda verfügte über Wasserkraft und eine bereits bestehende Schmelzhütte. Über tausend sowjetische Kriegsgefangene wurden neben französischen und dänischen Arbeitern als Zwangsarbeiter eingesetzt. Es entstand eine ganze Kasernensiedlung. Zu Spitzenzeiten zählte die Bevölkerung mehr als 7.000 Einwohner.

Die Fabrik produzierte vor Kriegsende rund 9.000 Tonnen Aluminiumoxid. Sie wurde 1951 abgerissen, und die Anlagen wurden nach Årdal verlegt. Die sowjetischen Arbeiter wurden im Sommer 1945 in ihre Heimat zurückgeschickt. Viele sahen sich Vorwürfen der Kollaboration ausgesetzt und landeten in Stalins Arbeitslagern.

Die Fabrikgebäude sind verschwunden, doch Spuren sind noch vorhanden. Es gibt einen markierten Wanderweg durch Saudasjøen mit Kriegsdenkmälern, die von diesem dunklen Kapitel der Geschichte erzählen.

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