Nigardsbreen
Nigardsbreen
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Nigardsbreen

Foto: Xplore Norway
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3 h
Der Nigardsbreen ist der meistbesuchte Ausläufergletscher des Jostedalsbreen und der Ort, an dem die meisten Menschen in Norwegen ihre ersten Erfahrungen mit dem Wandern auf Eis sammeln. Er fließt in ein Tal hinab, das von Gaupne aus über das Jostedalen erreichbar ist, und die Infrastruktur hier ist besser als an jedem anderen Gletscherarm: Parkplatz, Café, Bootstransfer, geführte Touren für alle ab fünf Jahren. Man erhält Steigeisen, einen Klettergurt und einen Bergführer, der weiß, wo sich die Gletscherspalten befinden. Das Angebot reicht von einfachen Einsteigertouren bis hin zu ganztägigen Wanderungen auf blauem Eis tief in den Gletscher hinein. Ohne Bergführer darf man das Eis nicht betreten.

Der Rückzug des Nigardsbreen ist das sichtbarste Zeichen des Klimawandels in Westnorwegen, und das zeigt sich daran, wie lange man braucht, um das Eis zu erreichen. Um das Jahr 2000 herum reichte der Gletscher fast bis zum See. Man parkte das Auto, fuhr mit dem Boot hinüber und war schon da. Bis 2012 hieß es: parken, mit dem Boot fahren und dann 30 bis 40 Minuten laufen. Heute kann man den Gletscher vom Parkplatz aus nicht einmal mehr sehen. Man nimmt das Boot und läuft dann 90 Minuten, bevor man das Eis erreicht. Der See Nigardsbrevatnet ist enorm gewachsen und hat Land verschlungen, das noch zu Lebzeiten unter Eis lag.

Dieser Gletscher fordert Menschenleben. Im Jahr 1986 standen eine Dänin und ihre achtjährige Tochter in der Nähe der Gletscherfront, als ein Eisbrocken herabfiel und beide tötete. Im August 2014 beendete ein deutsches Ehepaar in den Dreißigern eine geführte Tour und ging anschließend auf eigene Faust zurück zur Gletscherfront. Am Gletschereingang brach eine Eiswand ab und begrub beide unter sich. Ihre beiden Kinder im Alter von acht und zehn Jahren standen daneben und mussten mit ansehen, wie ihre Eltern starben. Im Jahr 2018 überschritt ein 38-jähriger Österreicher zusammen mit etwa zehn anderen Touristen die Sicherheitsketten, um näher heranzukommen. Ein mehrere Tonnen schwerer Eisblock kalbte vom Gletscher ab, traf auf den Schmelzwasserfluss, und die Welle riss ihn mit sich. Zwei weitere Personen wurden ins Wasser gerissen, überlebten jedoch. Er nicht. Drei separate Vorfälle, drei Jahrzehnte auseinander, doch immer dieselbe Geschichte: Menschen überschritten die Grenze, dem Gletscher war das egal.

Gut zu wissen

Wettertipp

Gletscherwanderungen finden nur im Sommer statt. Buchen Sie im Voraus, da die Touren schnell ausgebucht sind. Auch im Juli sollten Sie warme Kleidung mitbringen.

Sicherheitshinweis

Bleiben Sie hinter der Sicherheitslinie. Es sind bereits Menschen ums Leben gekommen, nachdem sie diese überschritten hatten.

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