Lovund
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Lovund

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Lovund ist eine winzige Insel mit einer Fläche von nur einem halben Quadratkilometer, die weit vor der Küste von Helgeland nahe dem Polarkreis liegt. Hier leben etwa 500 Menschen, was sie zu einer der am dichtesten besiedelten Inseln Norwegens macht. Das war nicht immer so: In den 1970er Jahren war die Einwohnerzahl auf 220 gesunken, und die Insel schien dazu bestimmt, wie so viele andere entlang der Küste zu veröden. Was sie rettete, war der Lachs.

Das auf Lovund gegründete Unternehmen Nova Sea entwickelte sich von einem kleinen Fischzuchtbetrieb zu einem der größten Aquakulturunternehmen Norwegens, das einen Umsatz in Milliarden Kronen erzielt. Es verwandelte ein sterbendes Fischerdorf in eine blühende Gemeinde mit Arbeitsplätzen, jungen Familien und einer Zukunft. Die Geschichte von Lovund wird oft als seltener Erfolg im ländlichen Norwegen angeführt: ein Ort, der den Niedergang umgekehrt hat.

Doch die Insel war schon lange vor dem Lachs berühmt. Jedes Jahr am 14. April kommen zwischen 200.000 und 300.000 Papageientaucher vom offenen Atlantik, um in den Klippen von Lovundlunken zu nisten, dem 338 Meter hohen Berg, der senkrecht aus dem Meer emporragt. Sie kommen an genau diesem Tag mit fast unheimlicher Pünktlichkeit an, und die Inselbewohner feiern ihre Ankunft als „Lundkommardagen“: den ersten Tag des Sommers. Diese Tradition wird schon seit jeher gepflegt. Die Papageientaucher bleiben während der Brutzeit und ziehen im August wieder ab. In dieser Zeit pulsiert das Leben auf der Insel durch die Vögel auf eine Weise, wie es nur wenige Orte in Europa vermögen.

Die Geschichte hier reicht natürlich weiter zurück als die der Papageientaucher. Auf der Westseite der Insel wurden steinzeitliche Siedlungen gefunden, und 2017 wurde das Wrack eines Eichenbootes aus der Zeit um 1460 vom sandigen Meeresboden in der Nähe von Lovund geborgen. Das „Lovund-Boot“, wie es heute genannt wird, ist eines der am besten erhaltenen mittelalterlichen Boote, die in Nordnorwegen gefunden wurden. Im Juni 2024 wurde in der Nähe der Fundstelle ein neues Museum eröffnet, um es auszustellen.

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