Litunet-Cluster-Bauernhof
🎭 Kultur Ryfylke Fjord

Litunet-Cluster-Bauernhof

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120 Minuten
Fast 300 Meter oberhalb des Hylsfjords in Suldal gruppieren sich 13 Gebäude aus dem 18. und 19. Jahrhundert zu einem der am besten erhaltenen „Klyngetun“ in Westnorwegen. Ein „Klyngetun“ oder „Cluster-Gehöft“ war eine typisch westnorwegische Siedlungsform, bei der mehrere Familien ihre Häuser unregelmäßig gruppiert hatten und um sie herum gemeinsam genutzte und unterteilte Felder lagen. Diese gemeinschaftliche Lebensform entstand durch wiederholte Erbteilungen: Bei der Aufteilung des Grundbesitzes wurde jede Parzelle gerecht aufgeteilt, wodurch ein immer komplexeres Flickwerk entstand, in dem die Familien voneinander abhängig waren. Diese Form war entlang der Küste vom Mittelalter an verbreitet, bis die Landreform von 1859 eine Neuordnung erzwang. Litunet ist einer der letzten Orte, an denen man diese verschwundene Lebensweise noch intakt vorfinden kann.

Die Gebäude wurden mit traditionellen handwerklichen Techniken errichtet, deren Wurzeln weit in die Vergangenheit zurückreichen – lange bevor die Bauwerke selbst entstanden. Die Anordnung des Hofgeländes hat mittelalterlichen Charakter, mit getrennten Gebäuden für Wohnzwecke, Lagerung und Tierhaltung. Die Kulturlandschaft rund um den Hof zeigt die Spuren jahrhundertelanger mühevoller Berglandwirtschaft: kleine Anbauflächen, Steinmauern, sogenannte „Steingjerde“, und Rodungshaufen – die Steine, die von den Feldern entfernt und Generation für Generation aufgeschichtet wurden. Riksantikvaren hat das Gelände 1974 unter Denkmalschutz gestellt, und es ist heute Teil des Ryfylkemuseet.

Am eindrucksvollsten lässt sich der Hof mit dem Boot besichtigen. Helgøy Skyssbåt bietet eine Hylsfjord-Rundfahrt an, die in Linaustet anlegt, dem alten Bootshaus des Hofes auf Fjordniveau, wo ein Museumsführer die Besucher empfängt und sie den steilen historischen Pfad hinauf zum Hofgelände führt. Der Aufstieg beträgt fast 300 Höhenmeter, daher sind festes Schuhwerk unerlässlich. Besucher sind auch außerhalb der Führungszeiten herzlich eingeladen, das Gelände auf eigene Faust zu erkunden.

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