Kautokeino
🏘️ Ortschaft Vest-Finnmark Hochebene

Kautokeino

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Kautokeino – oder Guovdageaidnu, wie die Sami es nennen – ist das Herz von Sápmi. Rund 90 Prozent der 2.900 Einwohner sprechen Samisch als Muttersprache, womit es die Gemeinde mit dem höchsten Anteil an Samischsprechenden in Norwegen ist. Hier gibt es mehr Rentiere als Menschen, und die Rentierhirten, denen man begegnet, haben sich nicht für Touristen verkleidet; sie sind bei der Arbeit.

Kautokeino liegt auf der weitläufigen Hochebene Finnmarksvidda, Norwegens flächenmäßig größter Gemeinde mit 9.687 Quadratkilometern, die im Süden an Finnland grenzt. Im Winter sinken die Temperaturen regelmäßig auf minus 30 oder 40 Grad. Es ist abgelegen, es ist extrem, und es ist authentisch.

Das dunkelste Kapitel der Stadt ereignete sich am 8. November 1852, als eine Gruppe samischer Rentierzüchter, inspiriert von der religiösen Laestadianer-Erweckungsbewegung, die örtlichen Behörden angriff. Sie töteten den Kaufmann Carl Johan Ruth, der alkoholkranke Sami durch Spirituosenverkauf und Schuldenfallen ausgebeutet hatte, sowie den Sheriff. Zwei Anführer, Mons Somby und Aslak Hætta, wurden hingerichtet – es waren die letzten Menschen, die in Norwegen vor der Abschaffung der Todesstrafe hingerichtet wurden. Der Aufstand ist bis heute die einzige gewaltsame Auseinandersetzung zwischen den Samen und den norwegischen Behörden, bei der Menschen ums Leben kamen, und Regisseur Nils Gaup verfilmte ihn 2008 in einem bedeutenden Spielfilm.

Das Osterfest, das „Påskefestivalen“, verwandelt die Stadt jedes Frühjahr. Traditionell versammeln sich zu dieser Zeit die Rentierzüchter vor der Sommerwanderung; es ist eine Zeit für Hochzeiten mit über tausend Gästen, Taufen und Konfirmationen. Im Rahmen des Festivals finden die Weltmeisterschaften im Rentierrennen statt, bei denen die Teilnehmer auf Skiern von vorwärtsstürmenden Rentieren gezogen werden, sowie die Weltmeisterschaften im Lasso-Werfen, der Musikwettbewerb „Sámi Grand Prix“, Schneemobilrennen und Märkte mit traditionellem „Duodji“-Kunsthandwerk. Die Einheimischen tragen ihre schönsten Trachten, und die ganze Stadt wird zu einem Fest der samischen Kultur. Nirgendwo sonst kann man in so kurzer Zeit so viel samische Kultur erleben.

Das von Snøhetta entworfene Kulturzentrum Čoarvemátta beherbergt das Beaivváš, das einzige Theater in samischer Sprache in Norwegen, sowie die samische Oberschule und die Rentierhirten-Schule. Die Form des Gebäudes ist an das innerste Gelenk eines Rentiergeweihs und die Form eines Lavvu -Zeltes angelehnt.

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