Das Gefängnis von Halden – das humaneste der Welt?
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Das Gefängnis von Halden – das humaneste der Welt?

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Das Gefängnis von Halden wurde am 1. März 2010 etwa 6 Kilometer westlich des Stadtzentrums eröffnet. Es bietet Platz für 252 Insassen, und die Baukosten beliefen sich auf 1,5 Milliarden Kronen. Das TIME Magazine bezeichnete es als das humanste Gefängnis der Welt, und es wurde weltweit in Dokumentarfilmen als Vorbild für skandinavische Resozialisierung vorgestellt.

Die Architektur ist darauf ausgelegt, das Gefühl der Eingeschlossenheit zu verringern. Die Zellen verfügen über Flachbildfernseher, eigene Badezimmer und große Fenster. Es gibt ein Aufnahmestudio, eine Kletterwand und eine Joggingstrecke durch den umliegenden Wald. Die Wärter nehmen ihre Mahlzeiten gemeinsam mit den Insassen ein.

Die Realität ist jedoch komplexer. Berichte von Sivilombudet, dem norwegischen Bürgerbeauftragten, zeichnen ein anderes Bild. Aufgrund chronischen Personalmangels wurden Insassen 19 bis 22 Stunden pro Tag in ihren Zellen eingesperrt. Die Selbstmordprävention wurde als unzureichend befunden. Innerhalb von zwei Jahren kündigten 83 Mitarbeiter. Die Kluft zwischen dem internationalen Ruf und den alltäglichen Bedingungen ist ein anhaltendes Problem.

Das Gefängnis ist von keiner öffentlichen Straße aus zu sehen und kann nicht besichtigt werden. Dennoch bleibt es einer der interessanteren Widersprüche im norwegischen Selbstverständnis: ein Land, das das humanste Gefängnis der Welt gebaut hat, dann aber Schwierigkeiten hatte, es angemessen mit Personal auszustatten.

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