Frognerseteren
👀 Aussichtspunkt Oslo Wald

Frognerseteren

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60 Minuten
Frognerseteren ist die Endstation der U-Bahn-Linie 1, hoch über der Stadt am Rande der Nordmarka. Der Name bedeutet „Alm des Frogner-Guts“ und stellt eine Verbindung zu dem weit unterhalb gelegenen vornehmen Stadtteil her. Dass dieses Gebiet überhaupt öffentliches Land ist, verdankt es jedoch einem einzigen Mann: Thomas Johannessen Heftye.

Heftye war Bankier, Konsul und einer der reichsten Männer Norwegens im 19. Jahrhundert. Er erwarb 1864 das Anwesen Frognerseteren und errichtete hier 1866–67 ein prächtiges Landhaus, das im traditionellen Telemark-Stil mit geschnitzten Holzdetails gestaltet war. Er erwarb zudem die umliegenden Gebiete Sabråten und Tryvannshøyden und – was entscheidend war – öffnete das gesamte Gelände bereits zu Lebzeiten für die öffentliche Erholung. Im Jahr 1868 war Heftye Mitbegründer von „Den Norske Turistforening“, dem norwegischen Wanderverein, der bis heute Wanderwege und Berghütten im ganzen Land unterhält. Er war zudem ein Förderer der Künste und unterstützte Schriftsteller wie Bjørnstjerne Bjørnson und Maler wie Hans Gude.

Nach Heftyés Tod im Jahr 1886 erwarb die Gemeinde Kristiania das Anwesen im Jahr 1889, machte es damit zu Oslos erstem kommunalen Waldgebiet und sicherte so dauerhaft den öffentlichen Zugang zu den Hügeln oberhalb der Stadt. Ohne Heftyés Weitsicht wäre die Nordmarka möglicherweise in Privatbesitz geblieben.

Heute befindet sich das Restaurant auf dem Frognerseteren in einem prächtigen Blockhaus aus den 1890er Jahren, das wie aus einem Märchen entsprungen wirkt – mit geschnitzten Holzdrachen und weitläufigen Terrassen, von denen aus man einen Blick über die Stadt und den Fjord hat. Es serviert traditionelle norwegische Küche und ist sowohl bei Touristen als auch bei Einheimischen beliebt. Auch wenn Sie dort nicht essen, ist die Terrasse zugänglich und der Ausblick kostenlos.

Frognerseteren ist zudem Ausgangspunkt für mehrere beliebte Aktivitäten. „Korketrekkeren“(der Korkenzieher) ist eine Rodelbahn, die sich von Frognerseteren hinunter nach Midtstuen schlängelt – ein Höhenunterschied von etwa 250 Metern auf einer Strecke von zwei Kilometern. Oben können Schlitten gemietet werden, und unten nimmt man einfach die U-Bahn wieder hinauf, um eine weitere Fahrt zu unternehmen. Im Winter ist die Bahn bei Familien äußerst beliebt. Von Frognerseteren aus kann man auch in etwa zwanzig Minuten zu Fuß nach Holmenkollen hinuntergehen oder nach Norden in die Nordmarka zu längeren Wanderungen und Loipen aufbrechen.

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