Akershus Festning

Akershus Festning
📜 Geschichte Städtisch Oslo

Akershus Festning

90 Minuten
Am Ufer des Oslofjords, mitten im Herzen von Oslo, steht Akershus Festning, eine Festung, die die Stadt seit über siebenhundert Jahren bewacht. König Håkon V. Magnusson ließ sie um 1299 errichten, nachdem ein norwegischer Graf namens Alv Erlingsson Oslo angegriffen hatte. Der König brauchte eine Festung, die die Stadt vor dem Meer schützen konnte, und die felsige Landzunge, die in den Fjord hineinragt, war der perfekte Standort. Um 1300 war die Burg bereits in Betrieb, und Håkon machte sie nach und nach zu seinem Hauptwohnsitz und zog sie dem älteren Anwesen Kongsgård in der Nähe vor.

In den folgenden Jahrhunderten stellte Akershus seinen Wert unter Beweis. Erstmals wurde sie 1308 vom schwedischen Herzog Erik Magnusson belagert, doch eine lokale norwegische Truppe konnte die Belagerung abbrechen. In der Tat wurde die Festung nie in einer Schlacht besiegt. Sie hielt allen Angriffen stand, auch den wiederholten schwedischen Angriffen und dem berühmten Versuch von König Karl XII. im Jahr 1716. Wer Akershus kontrollierte, beherrschte Norwegen, und keinem Feind gelang es jemals, die Festung gewaltsam einzunehmen.

Anfang des 16. Jahrhunderts baute König Christian IV. die mittelalterliche Burg in einen Renaissancepalast um. Er ließ elegante Säle, prunkvolle Gemächer, neue Türme und Festungsmauern errichten. Es war derselbe König, der Oslo nach dem großen Brand von 1624 als Christiania wieder aufbaute und die gitterförmigen Straßen von Kvadraturen direkt neben den Festungsmauern anlegte. Die Burg wurde sowohl zum Symbol der königlichen Macht als auch zu einer funktionierenden Militäreinrichtung - eine Doppelrolle, die sie über Jahrhunderte hinweg beibehielt.

Ihr dunkelstes Kapitel erlebte die Festung während des Zweiten Weltkriegs. Die deutschen Truppen besetzten Akershus von 1940 bis 1945 und nutzten es als Gefängnis. Norwegische Widerstandskämpfer wurden in den Mauern der Festung gefangen gehalten und hingerichtet. Als die Deutschen die Festung am 11. Mai 1945 aufgaben, war dies einer der symbolträchtigsten Momente der Befreiung Norwegens. Nach dem Krieg wurden hier Kollaborateure vor Gericht gestellt, darunter Vidkun Quisling, dessen Name weltweit zum Synonym für Verrat wurde.

Heute ist das Festungsgelände für die Öffentlichkeit zugänglich und kann kostenlos betreten werden. Bei einem Spaziergang entlang der alten Mauern hat man einen herrlichen Blick auf den Fjord und den Hafen, der allerdings etwas getrübt werden kann, wenn direkt davor ein großes Kreuzfahrtschiff anlegt. Im Inneren der Festung befinden sich zwei Museen: das Norwegische Militärmuseum, das die Militärgeschichte Norwegens von der Wikingerzeit bis zur Gegenwart behandelt, und das Widerstandsmuseum, das die Geschichte des norwegischen Widerstands während der deutschen Besatzung erzählt. Teile des Burginneren, darunter die königliche Kapelle und die Festsäle, können an bestimmten Tagen im Sommer besichtigt werden. Die aktuellen Öffnungszeiten erfahren Sie auf der Website der Festung.

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