Der Cyberangriff auf Østre Toten
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Der Cyberangriff auf Østre Toten

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Am 9. Januar 2021 stellte die Gemeinde Østre Toten am Morgen fest, dass ihre gesamte digitale Infrastruktur über Nacht zerstört worden war. Eine internationale Hackergruppe namens PYSA hatte die Firewall der Gemeinde durchbrochen, alle Daten auf jedem Server verschlüsselt und alle Sicherungsdateien gelöscht. Innerhalb einer Nacht verloren 1.300 Gemeindemitarbeiter den Zugriff auf alle Systeme, auf die sie angewiesen waren.

Die Gemeinde hatte keine Möglichkeit, die Daten wiederherzustellen. E-Mails waren weg. Patientenakten im Pflegebereich waren weg. Bauanträge, Steuerunterlagen, interne Kommunikation – alles war hinter Verschlüsselungsschlüsseln gesperrt, die nur die Hacker besaßen. Die Mitarbeiter im Gesundheitswesen, in den Schulen und in der Verwaltung mussten auf Stift und Papier umsteigen. Pflegekräfte schrieben Patientenberichte von Hand. Lehrer kamen ohne digitale Hilfsmittel aus. Verwaltungsmitarbeiter kramten physische Archive hervor, die seit Jahren nicht mehr angerührt worden waren.

Die Lage verschlimmerte sich. Am 31. März veröffentlichten die Hacker gestohlene Daten im Dark Web. Rund 30.000 Dokumente mit personenbezogenen Daten der Einwohner der Gemeinde tauchten online auf, darunter sensible Gesundheitsakten und Sozialakten. Die Gemeinde konnte nichts tun, um die Verbreitung zu stoppen.

Die Folgen waren verheerend. Rund 1.000 Computer mussten gelöscht und von Grund auf neu aufgesetzt werden. Die Gesamtkosten beliefen sich auf etwa 35 Millionen Kronen. Datatilsynet, die norwegische Datenschutzbehörde, untersuchte den Fall und stellte fest, dass die Gemeinde in mehrfacher Hinsicht versagt hatte: keine Zwei-Faktor-Authentifizierung, unzureichende Protokollierung, mangelhafte Sicherungsverfahren und eine schwache Sicherheitskultur. Die Geldbuße belief sich auf 4 Millionen Kronen, wobei die Behörde feststellte, dass die Versäumnisse einer groben Fahrlässigkeit gleichkämen.

Der Angriff auf Østre Toten gilt nach wie vor als der schlimmste Cyberangriff auf eine norwegische Gemeinde. Er wurde zu einer landesweiten Warnung dafür, dass die IT-Systeme einer kleinen ländlichen Gemeinde genauso anfällig sein können wie die eines großen Unternehmens und wie verheerend die Folgen sein können, wenn die Grundlagen der Cybersicherheit vernachlässigt werden.

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