Sie überqueren - oder werden überqueren - die Stelle eines der dramatischsten Infrastrukturversagen Norwegens in jüngster Zeit.
Am 2. Februar 2015, um 14:40 Uhr, sahen die Autofahrer auf der E18 ungläubig zu, wie die Fahrbahn vor ihnen plötzlich absackte. Ein schneller Erdrutsch hatte das Fundament eines Brückenpfeilers weggespült. Die Autos mussten stark bremsen, um nicht ins Leere zu fahren. Bemerkenswerterweise wurde niemand verletzt, aber etwa 45 Menschen saßen auf der nachgebenden Brücke fest, da ihre Fahrzeuge zu nahe an der Einsturzstelle standen, um sicher geborgen zu werden.
Die südliche Brücke musste durch eine kontrollierte Sprengung gesprengt werden - 2 700 Tonnen Beton wurden am 21. Februar zum Einsturz gebracht. Die nördliche Spannweite konnte gerettet werden, musste aber umfassend repariert und mit speziellen Hebevorrichtungen wieder in Position gebracht werden.
Fünf Monate langes Chaos
Die E18 war vom 2. Februar bis zum 26. Juni 2015 zwischen den Anschlussstellen Bentsrud und Island vollständig gesperrt. Fast fünf Monate lang mussten täglich rund 10 000 Fahrzeuge auf andere Routen ausweichen. Die Kleinstadt Holmestrand, die durch die Autobahn umfahren werden sollte, war plötzlich wieder mit Durchgangsverkehr verstopft. Auf den lokalen Straßen in Re und Umgebung herrschte das, was die Zeitungen als"køkaos" bezeichneten - ein Stau-Chaos. Es gab Berichte über Verkehrsrowdys, gefährliche Überholmanöver und Lkw-Fahrer, die die Sache selbst in die Hand nahmen, um die Stauenden aufzuhalten.
Es gab zwar einen alten Tunnel durch Holmestrand, durch den bis 2001 die E18 führte, aber die Behörden kamen zu dem Schluss, dass die Wiedereröffnung fünf Monate dauern und 350 Millionen Kronen kosten würde, so dass sie sinnlos war. Um den Druck zu verringern, wurden zusätzliche Fähren zwischen Moss und Horten eingesetzt.
Was war die Ursache?
Die Untersuchung ergab, dass der Erdrutsch durch Erdarbeiten in der Nähe für einen Golfplatz ausgelöst wurde. Ein Bulldozer hatte in einem Gebiet mit empfindlichen Lehmablagerungen Erdreich bewegt. Die 1998 errichtete Brücke selbst stand auf Stahlpfählen, die in den Fels gerammt wurden - die Kräfte, die bei einem Erdrutsch auftreten, sind jedoch enorm. Geologen wussten bereits von den problematischen Bodenverhältnissen in diesem Gebiet, aber die Kombination der Faktoren erwies sich als katastrophal.
Die Brücke in Richtung Süden wurde komplett neu gebaut und im Juli 2016 wieder vollständig eröffnet. Die Gesamtkosten beliefen sich auf Hunderte von Millionen Kronen.
Sie fahren jetzt auf festem Boden - aber der Vorfall war eine deutliche Erinnerung daran, wie schnell Norwegens Geologie gefährlich werden kann, selbst unter moderner Infrastruktur.