Mjøstårnet - Das zweithöchste Holzgebäude der Welt

Mjøstårnet - Das zweithöchste Holzgebäude der Welt
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Mjøstårnet - Das zweithöchste Holzgebäude der Welt

30 Minuten
Schon von der Autobahn aus ist er zu sehen - ein 18-stöckiger Holzturm, der 85,4 Meter über dem Ufer der Mjøsa aufragt. Als der Mjøstårnet im März 2019 eröffnet wurde, wurde er als höchstes Holzgebäude der Welt zertifiziert. Diesen Titel verlor es 2022 an ein Gebäude in Milwaukee, allerdings nur um etwa einen Meter.

Der Mann dahinter war der lokale Immobilienentwickler Arthur Buchardt, der im Brumunddal aufgewachsen ist. Nach dem Pariser Abkommen zum Klimawandel wollte er beweisen, dass man mit nachhaltigen, lokal beschafften Materialien hoch bauen kann. Die Fichten stammen aus den Wäldern, die man von der Spitze des Gebäudes aus sehen kann, und wurden im nur 17 Kilometer entfernten Moelven Limtre verarbeitet.

Das Projekt war nicht unumstritten. Die Gemeinde Ringsaker verkaufte ein 23 000 Quadratmeter großes, erstklassiges Grundstück am Wasser für 4,7 Millionen Kronen - ungefähr so viel, wie eine Mittelklasse-Wohnung in dem fertigen Gebäude kostet. Kritiker sagten, der Planungsausschuss habe die Genehmigung im Schnellverfahren erteilt, ohne das Grundstück überhaupt besichtigt zu haben. Ein Ratsmitglied begründete sein Votum angeblich damit, dass er "auf der E6 vorbeigefahren" sei Die Gemeinde unterzeichnete auch einen 30-jährigen Pachtvertrag für das Schwimmbad zu einem Preis von rund 17 Millionen Kronen pro Jahr - insgesamt fast 500 Millionen, was fast den Kosten des gesamten Turms entspricht. Und nachdem im Prospekt alle Wohnungen mit einer gemeinsamen Dachterrasse verkauft worden waren, beantragte Buchardt, einen Großteil davon in ein privates Penthouse für sich selbst umzuwandeln. Neunzehn der 32 Wohnungskäufer forderten den Abriss des Gebäudes. Lokale Zeitungen haben festgestellt, dass Buchardt in Ringsaker dazu neigt, zu bekommen, was er will.

Dennoch ist die Technik wirklich beeindruckend. Massive Brettschichtholzträger bilden die Struktur, die wie ein Baukasten zusammengesetzt ist - vier Stockwerke auf einmal, mit einem Kran hochgezogen, ohne Außengerüst. Das Holz ist so massiv, dass es bei einem Brand eine schützende Holzkohleschicht bildet und das Feuer von selbst erlischt.

Im Inneren befinden sich das Wood Hotel mit 72 Zimmern, Büros, Wohnungen und das Restaurant Oak. Das angrenzende Schwimmbad Mjøsbadet ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Um das Gebäude herum befindet sich der Mjøsparken, ein gut gestalteter Park am Wasser mit Stränden und Spielplätzen - der, was immer man von der Politik halten mag, sehr beliebt geworden ist.

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