Der Flåmselvi fließt durch das ganze Tal, und der Zug folgt ihm den größten Teil der Strecke von Flåm zum Kjosfossen. Er ist ein geschützter Fluss - hier ist kein Ausbau der Wasserkraft erlaubt, weshalb die Wasserfälle noch frei fließen, während so viele andere in Norwegen zur Energiegewinnung angezapft wurden.
Dieser Fluss war einst ein berühmter Lachsfluss. In den 1800er Jahren kamen die Engländer hierher, wie auch an andere Flüsse in Norwegen, und der Fischfang war so gut, dass die Einheimischen scherzten, man müsse dreimal am Tag Lachs essen. Der Fluss fängt auch heute noch Lachse bis zu 20 Kilo und Meerforellen bis zu 8 Kilo. Die alten Angelplattformen sind noch immer entlang der Ufer zu sehen - Steinkonstruktionen, die gebaut wurden, um den Anglern die besten Positionen zu bieten. Ein großer Felssturz im Jahr 1965 riss einen Teil der Bahnstrecke weg und veränderte einige der legendären Angelplätze.
Im Oktober 2014 trat der Fluss nach tagelangen sintflutartigen Regenfällen über die Ufer und verursachte das schlimmste Hochwasser seit 200 Jahren. Flåm war völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Drei Häuser wurden weggeschwemmt, Brücken zerstört, und 22 Menschen mussten per Hubschrauber gerettet werden. Die Talschule wurde geschlossen, und es dauerte Monate, bis der Flusslauf wiederhergestellt war. Ein Forscher sagte später, es sei "reines Glück" gewesen, dass niemand ums Leben kam.