Auf einer Landzunge, die in die Mjøsa hineinragt, liegt eine der bemerkenswertesten historischen Stätten Norwegens. Domkirkeodden war einst das Zentrum des mittelalterlichen Hamar - Bischofssitz, Kathedrale und Handelsstadt in einem. Als schwedische Truppen sie 1567 zerstörten, hörte der ganze Ort einfach auf zu existieren. Im Gegensatz zu anderen mittelalterlichen norwegischen Städten, die auf den Ruinen wiederaufgebaut wurden, wurde hier nie etwas gebaut. Die mittelalterliche Stadt lag einfach jahrhundertelang vergessen unter der Erde.
Die Ruinen der Kathedrale sind das Herzstück der Stadt. Mit dem Bau wurde um 1152 begonnen, als das Bistum gegründet wurde, und die Kirche war um 1200 fertiggestellt - eine romanische Basilika, die später im gotischen Stil erweitert wurde. Was übrig geblieben ist, wird durch eine dramatische Glas- und Stahlkonstruktion geschützt, die von Kjell Lund entworfen und 1998 fertig gestellt wurde. Die Akustik im Inneren der Kathedrale ist außergewöhnlich, und die Führer demonstrieren dies oft durch Gesang. Leider ist die Glaskathedrale derzeit geschlossen, nachdem im Juli 2025 eine Scheibe heruntergefallen ist. Dies ist nicht das erste Mal - seit 2003 sind bereits acht Scheiben heruntergefallen. Die Schließung wird bis weit ins Jahr 2026 andauern, während man sich Gedanken darüber macht, wie man die Kathedrale wieder sicher machen kann.
Aber es geht hier um viel mehr als nur um die Kathedrale. Im Jahr 2024 entdeckten Archäologen mit Hilfe von Bodenradar die verlorene mittelalterliche Handelsstadt Hamarkaupangen, die fast unversehrt unter einem nahe gelegenen Feld lag. Bei den ersten Ausgrabungen im Sommer 2025 wurden Holzgebäude aus der Zeit um 1100 sowie Münzen, Würfel und Tierknochen gefunden. Da nichts überbaut wurde, ist der Erhaltungszustand außergewöhnlich gut. Weitere Ausgrabungen sind für 2026 geplant.
Der Rest des Museums ist einen Besuch wert, auch wenn die gläserne Kathedrale geschlossen ist. Storhamarlåven ist eine umgebaute Scheune aus dem 18. Jahrhundert, die von dem berühmten Architekten Sverre Fehn zu einem Museumsgebäude umgestaltet wurde, das internationale Anerkennung gefunden hat. Hier kann man auf Pflastersteinen aus dem 16. Jahrhundert spazieren gehen und die Keller des Bischofs erkunden. Im Freigelände sind rund 60 historische Gebäude aus der Region Hedmark zu sehen, und es gibt Norwegens größten Kräutergarten mit über 400 Pflanzen.
Das Museum ist von Mitte Mai bis Mitte September geöffnet. In der übrigen Zeit des Jahres können Sie Gruppenführungen im Voraus buchen. Vom Bahnhof aus kann man das Museum in etwa 30 Minuten zu Fuß entlang des Seeufers erreichen, oder man nimmt den Bus B21.