Dombås: Eisenbahnknotenpunkt, Fallschirmjäger und Moschusochsen

🏘️ Ortschaft Ländlich Gudbrandsdalen

Dombås: Eisenbahnknotenpunkt, Fallschirmjäger und Moschusochsen

60 Minuten
Dombås ist ein Ort, den man durchfährt, nicht besucht: ein kleines Bergdorf auf 660 Metern Höhe, wo sich die Dovrebanen nach Trondheim von der Raumabanen nach Åndalsnes trennt und wo die E6 auf die E136 trifft. Seit der Ankunft der Eisenbahn im Jahr 1913 ist es ein Verkehrsknotenpunkt, und diese Rolle als Kreuzung ist der Grund, warum hier überhaupt etwas passiert ist.

Am 14. April 1940 geschah dann tatsächlich etwas. Die deutsche Luftwaffe warf 185 Fallschirmjäger auf Dombås ab, um den Eisenbahnknotenpunkt zu besetzen und die Straße zwischen Oslo und Trondheim zu blockieren. Es war ein kühner Schachzug: Wer Dombås kontrollierte, konnte Norwegen in zwei Hälften teilen. Norwegische Infanterie und einheimische Freiwillige kämpften fünf Tage lang in den Hügeln um das Dorf gegen die Deutschen. Die Fallschirmjäger, die nur leicht bewaffnet und ohne Nachschub waren, wurden schließlich getötet oder gefangen genommen. Es war einer der ersten echten Rückschläge für die deutschen Luftlandetruppen im Krieg, und die Räumung von Dombås hielt die Route offen, die König Haakon VII. und der norwegischen Regierung die Flucht über Åndalsnes nach England ermöglichte.

Heute ist Dombås eher als Ausgangspunkt für Moschusochsen-Safaris auf dem Dovrefjell bekannt. Die Moschusochsen wurden im Rahmen eines Auswilderungsprojekts von Grönland aus wieder angesiedelt und bilden heute mit etwa 200 Tieren die einzige wilde Population in Skandinavien. Von Juni bis September finden täglich geführte Wanderungen statt, die je nach Weidegebiet der Herde zwischen 7 und 15 Kilometern lang sind. Die Erfolgsquote bei Sichtungen liegt bei 99 Prozent. Ein ausgewachsener Moschusochse wiegt 450 Kilo und kann 60 Stundenkilometer schnell rennen, so dass der Sicherheitsabstand von 200 Metern nicht zu unterschätzen ist.

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