Aurland ist ein kleines Dorf am Aurlandsfjord. Es ist ruhiger als das nahegelegene Flåm, nur etwa 10 Minuten mit dem Auto entfernt, und hat einen eher lokalen Charakter. Der Ortskern besteht aus einem Platz, einigen Geschäften und einer Bäckerei. Dahinter befindet sich ein kleiner Hafen, an dem das Schnellboot nach Bergen und die Fjordkreuzfahrtschiffe anlegen.
Die Gegend ist bereits seit der Wikingerzeit besiedelt. Grabhügel aus dieser Zeit sind noch immer entlang der Straße zu sehen. Eine mächtige einheimische Familie erbaute hier 1202 die Vangen-Kirche - eine weiße Steinkirche im frühgotischen Stil, die manchmal auch als "Sogn-Kathedrale " bezeichnet wird, weil sie die größte der sieben mittelalterlichen Steinkirchen in der Region ist. Englische Kaufleute sollen beim Bau geholfen haben, was die architektonischen Einflüsse erklärt. Die Kirche enthält Glasfenster von Emanuel Vigeland und eine Kanzel aus dem 17. Jahrhundert.
Aurland ist in ganz Norwegen für den Aurland-Schuh bekannt. Im Jahr 1926 schuf ein örtlicher Schuhmacher namens Nils Tveranger den weltweit ersten Penny Loafer. Er war in Amerika ausgebildet worden und kombinierte Ideen von indianischen Mokassins mit einem traditionellen norwegischen Wanderschuh namens Tese. Das Design war mit einer kleinen Tasche auf der Oberseite ausgestattet - ursprünglich für eine 10-øre-Münze für Notrufe. Die Schuhe erfreuten sich in Amerika großer Beliebtheit, wo sie den Spitznamen "Weejuns" erhielten - eine Abkürzung für "Norweger" Aurland Skofabrikk, die älteste Schuhfabrik Norwegens, stellt sie noch immer in Handarbeit her. Die Fabrik auf der Mole fungiert als Ökonomusée, in dem Besucher den Schuhmachern bei der Arbeit zusehen und etwas über die Geschichte erfahren können. Die Führungen dauern etwa 50 Minuten.