Flå ist das Tor zum Hallingdal – ein kleines Dorf mit rund 1.100 Einwohnern, wo sich das Tal zu öffnen beginnt. Der Name leitet sich vom altnordischen Wort „flœð“ ab, was „Hochwasser“ bedeutet, was schon einiges über den hier fließenden Fluss verrät.
Das Wappen der Gemeinde zeigt einen Bärenkopf, und das aus gutem Grund. Im Osten liegt Vassfaret, ein bewaldetes Wildnis-Tal, in dem Norwegens letzte einheimische Braunbärenpopulation lebte. In den 1930er Jahren einigten sich lokale Grundbesitzer darauf, die Bären auf ihrem Land zu schützen, wodurch Vassfaret jahrzehntelang wohl der einzige Ort in Südnorwegen war, an dem Bären lebten. Der letzte Bär wurde 1956 in Bukollen erschossen, doch gelegentlich streifen noch immer Bären durch die Gegend. Der Wildpark „Bjørneparken“ in Flå hält die Verbindung zu den Bären lebendig – dazu gibt es einen eigenen Beitrag.
Vassfaret inspirierte mehrere norwegische Autoren. Mikkjel Fønhus schrieb über den legendären„Slagbjørn“(Raubbär) Rugg, basierend auf Norwegens längster Bärenjagd im Jahr 1919. Ein markierter Wanderweg führt noch heute zu der Gedenkstätte, an der der Bär schließlich erlegt wurde.
Das Tal hat aber auch eine dunklere Geschichte – im Jahr 1906 stolperte ein 13-jähriger Hirtenjunge namens Johan Sagadalen versehentlich über einen schlafenden Bären und wurde tödlich verletzt. Eine Gedenktafel markiert die Stelle bei Blåfjellhaugene.
Während des Zweiten Weltkriegs nutzte der norwegische Widerstand Vassfaret als Stützpunkt. Die Deutschen wagten sich nur selten in dieses abgelegene Gebiet vor, was es ideal für Übungen und Nachschubabwürfe machte. Ein Widerstandskämpfer namens Per Bruskerud kam ums Leben, als er beim Transport von Waffen im Aurdalsfjorden ins Eis einbrach – nur wenige Wochen vor Kriegsende. Der Fluss Hallingdalselva , der durch Flå fließt, ist einer der besten Forellenflüsse Norwegens.